Selten genug
Gerade habe ich meine Tour für nächste Woche erhalten – Schweiz.
Naja, im Anschluß schlug ich mal eben schnell die Karte auf, und errechnete etwas über 1.000km, geplante Ankunft am Montag mittag.
Ähm, ja, nee, sprachlos.
Also zum Telefon gegriffen und zurückgebimmelt.
“Ähm, ich habe mir gerade mal die Tour angeschaut – das sind über 1.000km!?!”
Disponent: “Nee, das sind doch nur etwas über 600km von Hannover aus.”
Ich: “Ich stehe aber in Berlin! Von da aus nach Magdeburg die Brücken aufnehmen, und dann inkl. Zollabwicklung bis hinter Zürich sind zusammen über 1.000km. Keine Chance, aber da kann ich gleich sagen, dass das definitiv nichts wird.”
Disponent: “Und wenn Du Sonntag schon losfährst?”
Ich: “Sorry, aber dieses WE MUSS ich den Ausgleich nehmen, da führt kein Weg dran vorbei.”
Er fluchte wie ein Rohrspatz und rang zwischenzeitlich mit sich selbst. Er ließ durchblicken, dass er so langsam auf den Laden nicht mehr so richtig Lust hat.
Als ich sagte “Ihr werdet einfach viel zu schnell viel zu groß. Wenn das so weitergeht, sind wir bald nicht besser als der Hamburger Sport Verein*”, antwortete er mit “tja, sag das mal unserem Chef.”
Resultat: Tour ist für mich gecancelt. ![]()
Und noch ein Vorteil. Ich weiß jetzt, dass die vergangenen 4 Wochen nichts persönliches waren, sondern schlichtweg Überforderung seitens der unterbesetzten Disposition.
*Name geändert.
“Ich hätte gerne einen Ferrari…”
“…zum Preis für einen Trabant!”
Diese Geiz-Ist-Geil-Mentalität der Deutschen nimmt so langsam echt gefährliche Ausmaße an!
Diese Geiz-Ist-Geil-Mentalität der Deutschen treibt deutsche Unternehmer in Preiskämpfe, in welchen der Umsatz an nur noch einer Variablen hängt, nämlich der Masse.
Sprich, wenn die erzielten Umsätze so gerade eben noch die Kosten deckeln, haben wir das Sprungbrett weg von der Qualität hin zur Quantität erfolgreich genommen, da jetzt große Mengen des Produktes vertrieben werden müssen, um vereinzelte Negativfaktoren ausbügeln zu können. Notwendige, größere Ausgaben entscheiden meist über das Fortbestehen eines Unternehmens.
Leider aber erkennt der deutsche das in seiner typischen Kurzsichtigkeit nicht, ganz im Gegenteil, er findet nur noch mehr Möglichkeiten sich zu rechtfertigen, warum der angebotene Verkaufspreis einfach “exorbitant übertrieben” ist.
Das trifft auf so ziemlich jeden Bereich des Lebens zu. Sei es der Freizeitartikel, welcher selbstverständlich vom Originalhersteller aus Italien importiert werden muss, oder aber nur die Tomaten, welche bitteschön aus Spanien zu kommen haben.
Rosen bitte knackfrisch aus den Staaten, und exotische Gewürze aus Afrika – aber alles zum kleinsten Preis.
Leider bestimmt der Verbraucher den Preis nur noch in eine Richtung, nämlich meist nach unten, und leider springt der Markt auch darauf an, obwohl er es sich eigentlich schon lange nicht mehr leisten kann.
Dass dadurch beispielsweise Löhne auf ein unerträgliches Niveau gedrückt werden, interessiert den deutschen Alleschecker dabei nicht die Bohne, sind doch eh alle nur arbeitsfaules Gesindel, ausser er selbst versteht sich.
Naja, nun hat sich auch mein Hoster auf dieses Niveau eingelassen, und bietet bei seinen ohnehin schon (zu) günstigen vServern eine Bestpreisgarantie.
“10% weniger als ein anderes Vergleichsangebot”
10% ist eine Welt, egal ob es um einen Grundpreis von 1, 10, 100 oder 1000 EUR geht!
Im Speditionsgewerbe entscheiden 10% beispielsweise schon über die zukünftige Existenz eines Unternehmens! In der Vergangenheit sind genügend Firmen an solchen Kampfansagen erfolgreich in die Insolvent gewandert, ohne Aussicht auf Rettung!
Wie das folgende Bild zeigt, sind die Leistungen nicht zu verachten.
Diese Preiskämpfe müssen langsam echt mal ein Ende finden, denn Qualität muss auch zukünftig im Vordergrund stehen! Es ist ein marktwirtschaftliches Unding, bestmögliche Qualität zu tiefstmöglichen Konditionen zu fordern und zu liefern, denn damit schadet man langfristig nicht nur der Marktwirtschaft, sondern auch sich selbst, denn irgendwann schlägt der Boomerang auch auf den eigenen Job zurück, an welchem plötzlich eingespart werden muss, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.
Erst der Euro, und nun seit Jahren diese Preistreiberei nach unten – wenn das so weitergeht, tauschen wir irgendwann wieder mit Naturalien, “Nachbarschaftshilfen”, oder mit einer wertlosen Währung…
Hä???
Gerade klingelte das Telefon, DISPO stand auf dem Display.
Ich: “Moin. Was jibbets?”
Dispo: “Ja, hallo. Ähm, ich hab mal ne Frage.”
Ich: “Schiess los.”
Dispo: “Ja, hmm, ich wollte fragen, ob Du nach Dortmund noch nach Mönchengladbach fahren magst und dort dann Pause machen magst.”
Ich: “Äh, was ist denn nu los?”
Dispo: “Was meinst Du?”
Ich: “Naja, seit wann fragt ihr die Fahrer, ob sie fahren mögen?”
Dispo: “Ich dachte ja nur.”
Frohe Kunde
Die Ferienreiseverodnung 2010 ist gestern abend um 24:00 Uhr ausgelaufen, sprich, man kann Samstags wieder normal fahren.
Weiterer Bonus: Die Ferien sind vorbei, und die ganzen Hobbyautobahnfahrer/Touris sind wieder da wo sie hingehören, nämlich NICHT auf der Autobahn.
So einfach sind die kleinen Freuden des Lebens…
Manche Landwirte sind Arschlöcher!
Jaja, Ihr habt richtig gelesen, ARSCHLÖCHER!!!
Im Normalfall versucht jeder, der im und mit dem Straßenverkehr seinen Lebensunterhalt verdient, andere nicht über Gebühr zu belästigen und zu behindern – das ist übrigens auch bei den LKW-Fahrern nicht anders, denn auch diese fahren mit weniger Stress im Nacken deutlich entspannter.
Manche Landwirte/Bauern/Ackerbesteller sehen das offensichtlich anders.
So hatte ich letztens dieses Schmuckstück geschlagene 20km vor mir.
Mein Kunde lag direkt neben der Werkstatt, wo dieses Drecksteil stand, und der Fahrer dieses Monsters beobachtete mich schon die letzten 15 Minuten dabei, wie ich auf das Ende meiner Schichtpause wartete, um endlich weiterfahren zu können.
2 Minuten vor Ende der pause startete ich den Motor – dieses Arschloch sprang wie von einer Tarantel gebissen in seinen Trecker, fuhr aber noch nicht los. Erst als ich mich (voll beladen) in Bewegung setzte, legte er einen Kickstart hin, um vor mir auf der Straße zu sein.
Und dort war er dann auch … für die nächsten 20km … bei maximalen 40km/h!
Die Straße wäre breit genug gewesen, wenn er nicht die Monsterbereifung drauf gehabt hätte – Gegenverkehr hat dieser Penner gnadenlos in den Acker geschickt, von hinten überholende PKW kamen bis auf meine Höhe, und dann durfte ich mich Stück für Stück nach hinten durchreichen lassen.
Manchmal wünsche ich mir echt ein MILAN-System auf dem Dach…..
Wie die Irren…
…dürfte Ihr nun in diesem Beitrag kommentieren!
Wetter ist doof? -> Schreibt es als Kommentar! ![]()
Chef ist doof?-> Schreibt es als Kommentar! ![]()
Ich bin doof?-> Schreibt es als Kommentar!
Egal was, egal worüber, egal über wen – ich muss das neue Captchatool antesten, welches sich erst dann einschalten (soll), wenn Akismet Alarm geschlagen hat.
Tja, so bin ich zu Euch… ![]()
Und jetzt tippen bis die Finger glühen – Fehlermeldungen (wird es eh keine geben) bitte – wenn möglich – per Screenprint zuschicken, ansonsten hier als Text posten, danke.
Beton-Autobahnen und Baustellen
In den letzten Jahren hat sich das Bild auf den deutschen Autobahnen massiv dahingehend verändert, dass die Pisten deutscher Autobahnen vermehrt aus Beton bestehen, und nicht mehr aus Asphalt.
Die Bauweise ist dahingehend günstiger, dass Brecheranlagen vor Ort den alten Untergrund mahlen, und Mischanlagen aus dem alten Fahrbahnbelag (oder aus der Unterschicht) den neuen mischen. Dadurch entfällt der kostenintensive Transport von Teer/Asphalt zur Baustelle.
ABER: Entgegen der öffentlichen Meinung ist Beton nicht auch gleich widerstandsfähiger und wartungsfreier als Asphalt. Beton nicht korrekt mit Dehnungsfugen versehen, bricht wesentlich schneller auf als jede Asphaltdecke.
So ist es bei Beton nötig, die Dehnungsfugen regelmäßig zu erneuern. Gerade im Bezug auf den sich nähernden Winter müssen diese Dehnungsfugen wasserdicht abgeschlossen sein, damit sich dort kein Wasser sammeln kann, welches bei Frost zum Bersten des Betons führen kann.
Aus diesem Grunde finden in Deutschland auch derzeit auf so ziemlich jeder Autobahn, welche aus Beton besteht, Wartungsarbeiten statt.
Ungeachtet der Ferienzeit und der großen Reisewelle wurden annähernd zeitgleich wichtige Autobahnabschnitte gegen jegliche Vernunft in ganz Deutschland auf zig Kilometern von mehreren Spuren auf nur 1 zusammengeführt – wer täglich die A1, A2, A4, A5, A9, A14, etc pp. fährt, kennt die Gründe der immer wiederkehrenden Staus!
Auf 15km Baustelle und nur einer befahrbaren Spur sieht man 3 oder 4 Arbeiter, meist zentriert auf 100m der gesammten Baustelle!
Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch noch zeitraubend, denn zum einen begreifen die Deutschen das Reissverschlußverfahren bis heute nicht, und zum anderen sind Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 60 km/h pures Gift für jede Tourenplanung.
Auch gibt es zahlreiche Kollegen, welche bis heute nicht begriffen haben, dass ein Ausweichen auf eine NOCH befahrbare mittlere Spur nur dazu beiträgt, dass sich der Stau nochmal weiter in die Länge zieht, denn irgendwann müssen diese wieder auf die einzig noch freie Spur zurück, und dann bremsen diese Vollhonks alles bis zum Stillstand aus! Aus dieser Sicht bin ich übrigens als LKW-Fahrer FÜR ein striktes Überhol- und Vorbeifahrverbot für LKW, PKW m. Anhänger und Busse, und nein, es sind eben nicht nur die osteuropäischen “Freunde”, sondern auch die deutschen!
Naja, die A2 bietet von diesen Baustellen derzeit eine ganze Menge.
In Höhe Burg (bei Magdeburg) ist derzeit ebenfalls eine solche Baustelle, jedoch mit der Besonderheit, dass man hier auf 2 Spuren leitet, ohne zusätzlich (gelbe) Fahrspuren.
D.h., dass für die rechte Spur lediglich der Standstreifen zur Verfügung steht, welcher nur minimal breiter als ein normaler LKW ist.
Direkt daneben unbefestigter Grund, dann sofort Leitplanken.
Wer diese Strecke nachts und bei strömenden Regen fährt, hat als LKW-Fahrer ein Problem, denn man sieht kein rechtes Fahrbahnende mehr!
Aus diesem Grunde sieht man nun auch in der gesamten Baustelle Reifenspuren im Bankett, sowie durch LKW verbeulte Leitplanken!
Welcher Vollidiot plant zum einen solche Baustellen, und welcher noch größerer Vollidiot genehmigt solche “Baustellenabsicherungen”???
Das ist bereits grob fahrlässig sowas! Hier wird bewusst in Kauf genommen, dass durch mangelhafte Baustellenabsicherung und -leitung Verkehrsteilnehmer Schaden nehmen und Beschädigungen anrichten! Nicht auszudenken was passiert, wenn ein LKW mit den Reifen erst bis zu 20cm absumpft, und dann irgendwann nach links zurückgeschossen kommt, nachdem er sich die Reifen und die rechte Seite des kompletten LKW zerstört hat! Unverantwortlich!!!
Alles in allem sind Betonautobahnen unkomfortabel, wartungsintensiv und staufördernd durch die ständigen Baustellen.
Bei Regen fährt man durch eine Wand aus Wasser, weil dieses auf Beton Bäche bildet, man sieht dann auch kaum Begrenzungslinien, weil Beton zum starken spiegeln neigt, und dann diese dummen Dauerbaustellen – ich will wieder Asphaltstrecken, und zwar ausnahmslos!
Unterm Strich ist Beton mit Sicherheit auch nicht günstiger, denn eine vernünftig gezogene Asphaltspur mit vernünftigem Untergrund und ordentlicher Verdichtung hält erstmal ein paar Jahre, während Beton fast ständig gewartet werden muss.
Standklima Petition an die EU
Achja, bevor ich gleich wieder abhaue, möchte ich noch schnell auf eine derzeit laufende Aktion/Petition hinweisen, welche ich jedenfalls für ausgesprochen korrekt betrachte, nämlich eine Petition auf Erlass einer Verordnung zur Ausrüstung/Nachrüstung von Nutzfahrzeugen im Fernverkehr mit Standklimaanlagen.
Zu finden im TruckerFreunde-Forum, in der aktuellen Ausgabe der FERNFAHRER , oder bei OBI., dort auch mit näheren Informationen und downloadbaren Vordrucken.
Dass ich diese Petition mitzeichne ist ja wohl selbstredend.
Also, herunterladen, mitzeichnen, Kollegen anstiften, und alles frühzeitig und unterschrieben zurücksenden, entweder an das Forum unter:
Michael Martini
42389 Wuppertal
Buschenburg 36
oder an FERNFAHRER unter:
Redaktion FERNFAHRER
Handwerkstraße 15
70565 Stuttgart
oder per Fax an FERNFAHRER unter:
0711 784 98 26
oder bei einer Filiale der Autobahnkanzlei.
PS: Meine Maximaltemperatur im LKW war dieses Jahr 38°C – an Schlaf war da in keinster Weise mehr zu denken, trotz laufendem Motor und aktivierter Klimaanlage, welche auf den Fahrbetrieb ausgelegt ist, nicht aber für den Stand!
Standklimaanlagen sind wesentlich leistungsstärker. Auch fällt das Dröhnen eines laufenden Motors weg, was zudem die Umwelt entlastet.
Smalltalk #1 v. 29.08.2010
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