Danke an den unbekannten Sattelzugfahrer
Heute musste ich über die B2 aus Weissensee in Richtung Bernau fahren, und zwar das Stück innerorts mit Begrenzung auf 70 km/h.
Innerorts dürfen LKW`s die gleiche Geschwindigkeit fahren wie PKW´s (max. jedoch 80 km/h), aber wie immer in diesem Lande, irgendeinen Möchtegernfahrlehrer gibt es immer!
Vor mir ein Opi nebst Omi, welche gemütlich mit 45 km/h (ohne Grund, weit und breit kein Hindernis, auch keine Abbiegemöglichkeit) durch die Weltgeschichte schleichen.
Ich also links raus. Ich war fast an dem Rentnerehepäarchen vorbei, als Opi mich neben sich erblickte und das tat, was jeder deutsche Autofahrer macht, wenn er von einem LKW überholt wird: er gab Gas.
Nun gut, kommt ja (noch) kein Gegenverkehr, lässte Opi mal machen, danach kannst Dich ja wieder hinter diesem einordnen. Hauptsache ist, dass er jetzt zügiger fährt.
Aber falsch gedacht, Opi hatte jetzt Spass daran gefunden, mich links verrecken zu lassen (ich verfluche manchmal gedrosselte LKW´s).
Just in diesem Moment tauchte am Horizont im Gegenverkehr ein großer, roter Sattel auf.
Toll dachte ich mir so, jetzt kannste erstmal wieder in die Eisen steigen und beten, dass dich einer der PKW´s wieder reinlässt, denn diese hatten bereits zu Opi aufgeschlossen.
Ich bremste (zu meinem ganz großen Erstaunen auch Opi, und zwar richtig schön parallel), kam aber trotzdem nicht rechts rüber!
Zur eigenen Sicherheit gab ich dem mir entgegenkommenden LKW nun mehrfach Lichtzeichen, damit dieser genug Zeit und Weg hatte, abbremsen zu können – aber jetzt machte dieser das schier Unerwartete:
er zog in seinen Gegenverkehr (also Opi ihm gegenüber) und schaltete alles an Funzeln ein, was er zu bieten hatte (und das war bei 6 Scheinwerfern auf dem Dach, dem Abblendlicht, dem Fernlicht und dem Nebellicht echt nicht wenig), obendrein hörte man seine Kompressorfanfaren überdeutlich!
Opi schaute nach vorne, sah diesen schönen, großen Sattel auf sich zukommen, und schmiss den Anker, und zwar so schnell, dass ich nur noch die abtauchende Motorhaube von ihm sah, und schon war er weit im Rückspiegel.
Ich zog rechts rüber, der Sattel zog auch wieder auf seine Spur, und als wir ungefähr auf gleicher Höhe waren, grüßte er mich breit grinsend.
Auf diesem Wege ein ganz großes Dankeschön für diese Form der Nothilfe, denn weder der altersenile Sack hat mir Platz gemacht, noch die Autos dahinter.
Das eigentlich bescheuerte fand dann danach statt: 5 oder 6 Autos überholten Opilein und auch mich, aber niemand hupte Opi an. Ich allerdings wurde mit einem wahren Hupkonzert überholt, der letzte deutete sogar eine Bremsung an!
Jetzt frage ich mich ernsthaft, was für Pappnasen heutzutage eigentlich Autofahren dürfen. Das ist doch echt nicht mehr normal! Warum zum Geier sehen wirklich fast alle PKW-Fahrer in einem LKW einen Feind?
Ey Leute, der tut Euch nichts! Der will auch nur zügig von A nach B kommen, und zwar mit möglichst wenig unötigen Bremsmanövern! Bringt Euch das irgendwie einen Dicken in der Hose, wenn ihr es dem “bösen LKW” mal so richtig zeigen könnt? Ich habe in der Situation doch nichts falsch gemacht, sondern der scheintote “Bauer auf Reisen”!
Ich kapier´s einfach nicht, was in Euren Köpfen (wenn überhaupt) vor sich geht…..
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