Der eigene Homeserver Teil 2 : Grundinstallation
So, jetzt geht’s los.
Ihr habt ein System zusammengebaut, die Festplatte ist i.O. und leer, der Standort des zukünftigen Servers wurde gewählt (denkt an das Thema Kühlung), und dieser ist mittels LAN-Kabel mit dem Router verbunden.
Als erstes zieht Ihr Euch die Xubuntu 8.04.1 LTS i386 Alternate-CD, und brennt das Image anschließend auf eine CD. Da ich nicht weiss, wie sich Xubuntu mit einem 64-bit-System verhält, beziehen sich sämtliche weitere Artikel auf die i386-Struktur, welche für ein solches Projekt wohl auch die wahrscheinlichste sein dürfte.
Nun die CD in das Laufwerk des Servers und diesen Starten.
Sollte er nicht von CD starten, müßt Ihr im BIOS die Boot-Parameter dahingehend ändern, dass als erste Priorität das CD-Laufwerk erscheint.
Im nun folgenden Bootmenü ändert Ihr zum einen die Sprache in DEUTSCH (Taste F2), und wählt dann Xubuntu installieren.
Das nun folgende Installationprozedere ist eigentlich selbstklärend.
Netzwerk:
Wenn Euer Router automatisch die IP-Adressen im Netzwerk vergibt (meistens standardmäßig aktiviert), solltet Ihr keine Abfrage nach der Netzwerkeinstellung bekommen.
Fällt dieses jedoch unter den Punkt “Versuch und Irrtum”, müßt Ihr Euch notgedrungen dieser Einstellung annehmen:
- IP-Adresse: bei Fritz!Boxen meist 192.168.178.xxx, bei T-Online-Geräten meist 192.168.2.xxx
Das xxx ersetzt Ihr durch eine freie Zahl, welche im Netzwerk noch nicht verwendet wird. - Netmask: 255.255.255.0, falls obiger IP-Bereich zutreffend ist.
- Gateway: Hier wird meistens die Numerik der IP-Adresse verwendet, jedoch mit 1 am Ende, also z.B. 192.168.178.
- DNS-Server: s. Gateway.
- Rechnername: hier einen eindeutigen Namen wie z.B. “homeserver” eingeben.
- Domainname: hier z.B. “homeserver.lan” eingeben.
Partitionen:
Hier solltet Ihr Euch, falls die Platte nicht komplett formatiert werden sollte, vorher dieses Werk zu Gemüte führen.
Grundsätzlich immer bedenken:
- an erster Stelle der Festplatte gehört die Bootsektion (/), formatiert in ext3.
- an zweiter Stelle bzw. am Ende der Festplatte die Swap-Sektion (SWAP), welche der Auslagerung dient.
Die erste Partition trägt meist die Bezeichnung hda1, die zweite hda5.
Diese beiden Partitionen sind zwingend notwendig, also keine Experimente mit diesen!
Benutzereinrichtung:
Nun werdet Ihr nach Eurem vollen Namen gefragt. Da der Server irgendwann im Netz hängt bzw. innerhalb des eigenen Netzwerkes bleibt, würde ich hier auf einen vollständigen Namen verzichten und nur eine Kombination von Buchstaben etc angeben.
Als nächstes kommt die Abfrage nach dem Hauptuser – hier könnt Ihr Euren zurkünftigen Usernamen eingeben.
Aber Vorsicht: Namen wie Admin, Root, Master etc sollte man sich verkneifen, da später der Server auch vom Internet aus gewartet werden kann und solche Namen auf fast jedem System höhere Rechte haben!
Wählt hier lieber eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen!
Nun wird das zukünftige Passwort abgefragt, welches Ihr 2x eingeben müßt.
Auch hierbei steht Sicherheit im Vordergrund, also Kombi aus Buchstaben UND Zahlen verwenden!
Anschließend folgt die Nachfrage eines Proxys – hier könnt Ihr getrost die Eingabe verweigern und auf weiter gehen.
Es folgen dann noch ein paar Fragen nach der Zeit (mit yes bestätigen) und der Nachfrage, ob erweiterte Sprachoption geladen werden sollen (ebenfalls bestätigen).
Das war dann auch schon die Grundinstallation.
Weiteres:
Jetzt sorgen wir nach dem erfolgten Neustart OHNE CD für eine Aktualisierung des Systems.
Nach erfolgtem Login mit Euren in der Installation festgelegten Daten öffnen wir das Terminal, zu finden über den Button oben links mit der Aufschrift “Aplications”.
Im Terminal geben wir folgendes ein:
sudo apt-get update
Der Begriff sudo steht für “Ausführung des nachfolgenden Befehls als Root, dem aboluten Besitzer des Systems, apt-get ist eine Anweisung um Pakete/-listen zu holen, und update dürfte selbstklärend sein.
Mit dieser Eingabe wird schlicht die lokale Paketliste mit der aktuell erhältlichen verglichen und nötigenfalls aktualisiert.
Ihr werdet nun zur Eingabe eines Passwortes aufgefordert. Dieses ist Euer User-Passwort! Es ist vollkommen korrekt, dass Ihr während der Eingabe keine Veränderung seht! Anschließend ENTER.
Nach erfolgter Ausführung geben wir folgendes im System ein:
sudo apt-get upgrade
Den ersten und zweiten Begriff kennt Ihr ja nun schon, upgrade steht für ein Update der aktuellen Distribution mit der zuvor aktualisierten Paketliste.
Danach sollten wir den (Noch-Nicht-)Server neu starten, und zwar mit der Eingabe:
sudo reboot
Auch wenn es hier jetzt nicht zum Thema gehört: Den Rechner mittels Terminal ausschalten könnt Ihr mit:
sudo halt
So, das Gerät ist nun neu gestartet (Ihr habt Euch eingeloggt), jetzt müssen wir ein paar (wichtige) grundsätzliche Änderungen durchführen, die das Netzwerk betreffen.
Da sämtliche Distributionen von Ubuntu standardmäßig ohne eine feste IP eingerichtet werden, müssen wir dieses ändern, denn ein Server mit wechselnden IPs ist ungefähr genauso zielsicher zu finden, wie ein fahrender Omnibus ![]()
Dazu öffnen wir wieder das Terminal und geben folgendes ein:
sudo nano /etc/network/interfaces
Der Begriff nano steht für einen reinen Texteditor, welcher im Terminal ausgeführt wird.
Ist Euer Gerät mit nur einem Netzwerkadapter (Netzwerkkarte) ausgestattet, ist dieser in aller Regel “eth0″.
In diesem Fall gebt Ihr folgendes ein (xxx entspricht Eurer gewählten IP des Servers):
auto lo
iface lo inet loopback
auto eth0
iface eth0 inet static
address 192.168.178.xxx
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.178.1
Anschließend drückt Ihr STRG+X, bestätigt mit J wie JA und fertig.
Habt Ihr zwei Netzwerkkarten, könnt Ihr den Eintrag zu eth1 beruhigt stehen lassen.
Nun gebt Ihr im Terminal folgendes ein:
sudo nano /etc/hosts
In dieser Datei fügt Ihr nach dem Eintrag 127.0.1.1 homeserver noch folgendes hinzu:
192.168.178.xxx homeserver
Nun wieder Speichern mit STRG+X, bestätigen und fertig.
Nun ist Eurer zukünftiger Server in Netzwerk unter einer festen IP sowie einer eindeutigen UUID ansprechbar.
Noch was: Sämtliche Änderungen am System werde ich anhand des Terminals beschreiben, da ich der festen Überzeugung bin, dass man so den Umgang am schnellsten lernt! Bei der späteren Fernwartung über SSH habt Ihr auch nur das Terminal zur Verfügung – aus diesem Grunde verwende ich auch nicht Editoren wie GEdit, welche zweifelsfrei komfortabler zu bedienen sind, jedoch nicht über SSH funktionieren.
In meinem nächsten Beitrag geht es dann um die grundsätzliche Vorbereitung des Systems sowie der Möglichkeit, den Server nun von einem anderen Rechner im Netzwerk weiter konfigurieren zu können (SSH).
Es gibt dann ein paar Grundlagen zum Terminal (auch Shell genannt), zu den Benutzerrechten, zum allgemeinen Aufbau und zur Bedienung von Xubuntu etc pp.
Auch widmen wir uns dann dem Thema “Freigaben im Netzwerk”, welches aus 2 Punkten besteht, denn hier unterscheidet Ubuntu und sämtliche Varianten davon zwischen Windows und UNIX-Netzwerken.
Gerade im Bezug auf einzurichtende Freigaben ist das nicht unwichtig, da Windows allgemein mit weniger auskommt als ein UNIX-System (zu welchen z.B. Mac und auch Linux zählen).
Aber keine Sorge, es ist mit der richtigen Anleitung garnicht so schwer.
Und damit Ihr nicht quer durch’s Internet schiessen müßt, gibt es zu den Konfigurationsmöglichkeiten dann auch mehrere Beispiele.
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Das HowTo zum Webserver unter Xubuntu 8.04.1 LTS:
- Teil 1 : Vorwort
- Teil 2 : Grundinstallation
- Teil 3 : Fernwartung mittels SSH
- Teil 4 : Samba (4.1) und NFS (4.2) (Netzwerkfreigaben)
- Teil 5 : Webserver Apache2 (mit PHP5, CGI, MySql, PhpMyAdmin)
- Teil 6 : Mailserver (SMTP-Relay mittels Postfix)
- Teil 7 : FTP-Server
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