EnglishFrenchGermanItalianPortugueseRussianSpanish
Facebook

Archive
Suchen

Piratenpartei – Prioritäten setzen – JETZT!

Seit einiger Zeit zähle auch ich mich zu den politisch Mobilisierten in diesem Lande.

Ausschlaggebend ist diese ständige und meist abgrundtief dämliche Eingreif-/Regulierungs- und Überwachungswut unserer Regierung in Dinge, welche sie im Ansatz nicht versteht, und selbstverständlich diese schier unglaubliche Arroganz gegenüber dem Bürger.
Dieser kann meckern, argumentieren und Sturm laufen wie er will, unsere Regierung sieht in Nichtbefürwortern ihrer dummen Gesetze lediglich potenzielle Kriminelle und Verfassungsgegner.

Was mich aber letztenendes dazu bewegt hat, Mitglied der Piratenpartei zu werden, ist diese Geschichte mit der Frau von der Leyen und ihrem Möchtegernkinderschutz, der wahre Straftäter schützt, ja sogar noch warnt.

Seit meinem Beitritt bin ich zeitlich doch recht stark eingebunden. So war ich zum ersten Male in meinem Leben an einer Mahnwache beteiligt, habe meinen Drucker bis ins Unermessliche mit Farbdrucken gequält um Flyer verteilen zu können, bin eigentlich fast pausenlos im Internet unterwegs auf der Suche nach politischen Meinungen und Anregungen für das eigene Wahlprogramm, nehme an Treffen und Stammtischen teil, renne wie doof durch die Straßen und versuche den Leuten die Augen zu öffnen und zum Unterschreiben zu bewegen, gestalte Flyer und Websites für die Piratenpartei und mache mir so ganz nebenbei auch noch einen Schädel, die Webpräsenz optisch und technisch auf einen ausgereiften Stand zu bekommen.

Ich habe bisher zu den typischen Deutschen gehört, welche sich über alles und jeden in der Politik fürchterlich aufgeregt haben, aber nie ernsthaft daran gedacht haben, auch mal etwas dafür zu tun, damit es irgendwann mal wieder besser wird.
Ich war und bin schon immer jemand, der im Gegensatz zu den meisten anderen nicht nur in den eigenen vier Wänden gejammert hat, sondern bin schon immer offensiv auf die offensichtlichen Gründe mit 2 Beinen zugegangen, wenn mir etwas nicht gepasst hat.
Sicher, das hat mir in unserer scheinheiligen Gesellschaft auch so einige Male enorme Steine in den Weg gelegt, was mich aber letztenendes immer darin bestätigt hat, dass ich richtig gelegen habe, denn mit Kritik können die wenigsten Deutschen umgehen, erst recht nicht die, die sich “Volksvertreter” nennen und jene, welche zum Schutz von Recht und Ordnung Uniform tragen.

Ich will mit meiner aktiven Mitgliedschaft etwas bewegen, etwas ändern. Ich will meinem Sohn später nicht erklären müssen, warum ich nichts gegen die immer stärker werdenden Gefahren “dumme Politiker” und “Überwachungsstaat” unternommen habe, warum ich es geduldet habe, dass unsere Freiheit Stück für Stück mit falschen Vorwänden immer weiter abgebaut wurde.
Er dürfte das wohl nicht begreifen, warum seinerzeit Tausende gegen die DDR demonstriert haben, um ihre Freiheit zurück zu erhalten, aber 20 Jahre später nichts dergleichen passiert ist.

Nun aber gehe ich bereits einigen Leuten mit meinem Aktionismus auf den Sack, ich würde meine Prioritäten falsch setzen.

Was ist falsch daran, sich für Freiheiten jeglicher Art einzusetzen? Ich kann mich doch nicht weiterhin über jeden Scheiß aufregen und gleichzeitig seelenruhig zuschauen, wie die Regierung MEIN LEBEN Stück für Stück eingrenzt!
“Die werden schon wissen, worüber die abstimmen” habe ich letztens erst gehört von einem Menschen, dem ich eigentlich etwas mehr zugetraut hätte. Theoretisch muss man dem Mann Recht geben – eigentlich sollten wir Bürger davon ausgehen können, dass unsere Volksvertreter wissen, worüber sie abstimmen.
Dass das aber eben nicht der Fall ist, haben die letzten Jahre eindeutig gezeigt.

“Wenn es denn so schlimm ist, warum habe ich dann nichts davon im Fernsehen gesehen?” Hmm, eigentlich auch eine berechtigte Frage.
Aber die Antwort ist mindestens genauso einfach: Solange große Konzerne und ganze Industriezweige sich einen Vorteil erhoffen, dass die letzten Gesetze irgendwann auch für ihre kapitalistischen Bedürfnisse genutzt werden, werden sie schön die Füße stillhalten!

“Aber es geht doch (erstmal) nur um das Internet – da können doch auch die großen Verlage und Medienhäuser ruhig drüber berichten!” Sicher, eigentlich schon……..wenn es denn nicht gerade um die eigene Daseinsberechtigung ginge! Wenn man zwei Schritte weiter denkt sieht man, dass der technologische Fortschritt den klassischen Medien ein gewaltiger Dorn im Auge ist! Sah man vor einigen Jahren noch einen großen Markt den man ausschlachten kann, sieht man nun, dass das Internet gänzlich ohne die klassischen Medien auskommt, ja teilweise sogar tausendmal besser und schneller funktioniert, als es die Medien je hinbekommen könnten – da macht sich eine Zensurstruktur auf Basis von Urheberrechten recht praktisch, um diese Technologie zu bekämpfen.

Um mal zu den Prioritäten zurückzukommen. Sicher kostet es derzeit sehr viel Zeit und auch Engagement, zumal es keine Partei ist, welche schon seit Jahren ihr Unwesen treibt. Aber wenn ich mich der großen (trägen) Masse anschliesse und lediglich in meinen eigenen vier Wänden rummaule, wird sich nichts ändern. Dazu gehört dann zwangsweise aber auch, dass ich mich erstmal weniger um andere Dinge kümmern kann. Wenn ich mir aber vor Augen halte, wofür ich das ganze mache, ist es aus meiner Sicht mehr als nur gerechtfertigt, zumal die Piratenpartei keine Gruppierung von fanatischen Extremisten und Kriminellen ist, sondern vielmehr auf demokratischem Wege mit Sachverstand, Kompetenz und Geduld versucht, zumindest ein kleines Stückchen verbleibende Freiheit zu schützen, denn anderen [die träge Masse] scheint es ja wohl egal zu sein, in welchen Verhältnissen Ihr Nachwuchs später leben muss!
Sicher, NOCH geht es größtenteils erstmal um die Technologie Internet – es ist aber nur eine Frage der Zeit, wann eingeführte Gesetze wie gewohnt auf andere Kernbereiche des Lebens ausgeweitet werden.
Es ist traurig, dass sich die Generation +40 diesem Thema so verweigert!

Und aus diesen Gründen ist es wichtiger denn je, endlich mal seine Scheuklappen abzulegen und seinen Arsch in Wallung zu bringen.

Und all die Kritiker da draussen, welche ungebildete Kommentare zur Piratenpartei abgelassen haben und noch ablassen werden:
1. Informieren, und zwar im Web!
2. Das Teil zwischen den Ohren einschalten UND BENUTZEN!
3. Erst nach Abarbeitung von Punkt 1 und 2 den Mund aufmachen – das hilft u.a. auch Euch, um später nicht noch dümmer dazustehen!

Ähnliche Beiträge:

  1. Piratenpartei mit 0,9% in Brandenburg bei der Europawahl
  2. Liebe Strausberger, Neuenhagener, Altlandsberger, ……
  3. Piratenpartei
  4. STASI 2.0 bald europaweit???
  5. Ist der Iran wichtiger?

11 Kommentare zu „Piratenpartei – Prioritäten setzen – JETZT!“

  • Alex:

    Hallo,

    [...]auf der Suche nach politischen Meinungen und Anregungen für das eigene Wahlprogramm [...]

    da fällt mir direkt etwas zu ein, was ich auch schon auf der Homepage der Piratenpartei zur Sprache gebracht habe: http://piratenpartei.de/node/134/16359#comment-16359
    Wenn ich als Wähler einer Partei meine wichtige Zweitstimme geben will, so will ich dass diese Partei möglichst viele meiner Interessen abdeckt. Diese hören aber nicht bei Urheberrecht, Patenten und Bürgerrechten auf. Im Speziellen vermisse ich Stellungnahmen der Piraten zu folgenden Themen:

    1. Was für eine Wirtschaftspolitik befürwortet ihr (bsp: mehr Regulierung oder weniger?)?
    2. Ich konnte im Parteiprogramm leider auch nicht viel in Richtung Sozialpolitik finden.
    3. Wie steht es mit der Umweltpolitik?

    Soweit nur mal als Anregung zum Wahlprogramm ;) Denn so wie es aussieht, sind im Moment die Grünen das beste Gesamtpaket für mich (haben ja netzpolitisch viele Überschneidungen mit den Piraten).

    Liebe Grüße
    Alex

  • Uwe:

    Also ich tippe ja auf eine gezielte CDU-Hetzkampagne die diese ganzen Kommentare à la

    “…jammer jammer jammer, ich kann Euch nur wählen wenn Ihr zu allem und jedem und 42 auch eine Meinung bezieht, Urheberrecht ist mir zu wenig, jammer jammer jammer…”

    aufkommen lässt.

    Oder tüpisch deutsch, dass man nur jemanden wählen kann der einem alle Entscheidungen abnimmt und ihn bevormundet.

  • Thorben:

    Ich kann dich gut verstehen. Aus ähnlichen Grunden bin ich vor 2 Jahren in die FDP eingetreten. Mehr tun als nur jammern. Das ist wichtig und ein gutes Gefühl.
    Viel Erfolg und lass dich nicht entmuntern – es geht leider nicht alles so wie man sich das wünscht.
    Thorben

  • Die etablierten Parteien werden versuchen sich in den faulen und korrupten Arsch zu beissen wenn denen bewusst wird in welchem Maße die Piraten die jungen Menschen mobilisiert und für Politik begeistert. Leider können die sich bei dem Versuch ihr Hinterteil zu erreichen kein Rückrad brechen.

    Weiter so! Mehr davon! :pirat:

  • Ein Pirat erster Stunde:

    Ein Zusatz: Bitte nicht nur im Web informieren. Ruhig auch mal mit analogen Medien, Zeitungen, Büchern aus ner Bücherei, nachprüfen. Im Netz steht nämlich auch eine Menge Schund.

    Alex: Wir werden auf dem Parteitag in Hamburg ein Konzeot vorstellen, dass dieses Problem hoffentlich aus der Welt schafft – also den Grundstein für ein erweitertes Programm legen.

  • Ein +40 Bürgerrechtsfanatiker:

    @Pirat der ersten Stunde
    Ganz ehrlich: Ich hoffe, es bleibt noch eine Weile wie es der schwedische EU-Abgeordnete schlauerweise hält, nämlich relativ themenbegrenzt auf Internet, Datenschutz, Urheberrecht, etc.

    Es gibt nämlich IMO eine grosse Schnittmenge von Bürgerrechts-Enttäuschten aus SPD, FDP und Grüne!

    Lese ich aber in Piraten-Foren lockere Diskussionen über erweitere Themen, merke ich “alter Mann” den sehr jungen Alterschnitt der Partei (ich nenn es mal “linker Idealismus”, z.B. Themen wie bedingungsloses Grundeinkommen, etc. etc.) und befürchte, dass es bei Themenerweiterungen halt einfach eine weitere Partei in der linken Ecke wird, die für mich als Sympathisant aus der eher bürgerlichen Ecke (die heutigen Grünen mit Leuten wie Ströbele, Künast, Wieland oder der Bürgerrechtsflügel der FDP) dann schwieriger wählbar sein wird als sie es heute ist.

    Und es gibt IMO viele Ältere bei den Grünen und der FDP, denen die inkonsequente und regelmässige Umfaller-Haltung dieser Parteien (z.B. FDP in Landesregierungen) gegenüber Bürgerrechten sehr stinkt.

    Just my 2 cents. Den Piraten wünsche ich immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

  • Florian:

    @Uwe

    Gesetzt die Piraten kommen in den Bundestag und müssen bei Themen wie Kriegseinsätzen, Rentenkürzungen oder -erhöhungen, Krankenversorgung, Zukunft der Kinderbetreuung, Straßenbau, Energieversorgung (wichtig! Atomstrom für die Endgeräte oder doch aus Wind?) usw. ihre Stimme abgeben.

    Klar: Die Piratenfraktion kann die Stimmabgabe ihren Abgeordneten dann immer freistellen. Viele Wähler aber wüssten vielleicht auch bei diesen Themen gern, worauf sie sich mit den Piraten einlassen. Als Ein-Themen-Partei wird es schwierig, die ganz große Politik zu betreiben.

  • Hallo erstmal,

    ich glaube nicht, wie hier in einigen Kommentaren gefordert, dass die Piratenpartei in ein Linkes Spektrum abdriften wird. Zwar haben viele Mitglieder Ideale, aber ich glaube – und noch mehr hoffe ich -, dass die PIRATEN sich nach ihrem Wissen und Gewissen bei anstehenden Entscheidungen verhalten werden. Eine klare Parteilinie, die zu allem ihren Senf dazu gibt und alles festsetzt, wirkt doch eher kontraproduktiv. Gut wäre: Gemeinsam beschlossene Grundrichtung (Also vor allem: Schutz der Bürger vor staatlicher und wirtschaftlicher Willkür (also auch: Keine – utopischen – Strafen für Raubkopierer.), Schutz der Umwelt vor menschlicher Willkür, und bei allen Entscheidungen der MUT, den eigenen Verstand einzuschalten. (Und dass möglichst auch durch bessere Bildung für alle ermöglichen).) und ansonsten eine aktive Vorstellung der Kandidaten. Bisher weiß ich zwar, dass “ihr” für das und das und das seid, aber wer “ihr” seid, darüber findet sich praktisch nichts. Mehr Meinung. Mehr Bilder. Mehr Ehrlichkeit. “Das sind unsere Kandidaten. Das denken sie. Darum solltet ihr sie wählen. Punkt.”

    Und, wenn ich schon so jammere (tut mir leid. Ich hab nen deutschen Ausweis.) noch was: Bitte macht mal etwas kreativere Wahlplakate. Wenn ich sehe, was ihr bisher plakatieren wollt, werde ich regelrecht deprimiert. Immergleiche Wahlkampfplakate. Ob grün, gelb, rot, schwarz oder orange, alles komplett austauschbar. Von einer Partei, die sich selbst PIRATEN nennt, erwarte ich kreativere Wahlwerbung und -plakatierung all den üblichen Kandidaten.

  • matz:

    @Alex Damit die Grünen den “Überschneidungen” auch gerecht werden, bedarfs es allerdings noch einem großen Arschtritt !
    Eine Möglichkeit wäre diesen mit einem Holzbein auszuteilen..

Kommentieren

Anmerkung: Bei der Nutzung von '@User:' und/oder dem !!Antworten!!-Link wird automatisch der betreffende User zusätzlich per eMail über Deine Antwort benachrichtigt. Kommentare von neuen Usern werden grundsätzlich einmal moderiert (kontrolliert), bevor sie für jedermann zu lesen sind.