Elefantenrennen, Fairness, Miteinander
Seit geraumer Zeit bin ich ja nun auch wieder unter den LKW-Fahrern, und prompt hat man auch wieder mit dem zu tun, was mich so ab und zu enorm auf die Palme jagt: LKW-Fahrer untereinander!
Das Fuhrgeschäft ist ein sehr hartes Brot geworden, längst vorbei sind die Zeiten, in denen man von Fernfahrerromantik reden konnte, was sicherlich mit dem harten Wettbewerb zu tun hat, aber auch mit dem Regelwahn dieses Staates und der seit Jahrzehnten anherrschenden Meinung, dass der PKW das wichtigste Verkehrsmittel sei, und ein PKW grundsätzlich immer bevorzugt behandelt werden muss.
Da sind zum einen diese zahlreichen technischen Entwicklungen, welche bei einem LKW gleich immer Pflicht werden, bei PKWs aber nicht, oder aber die zahlreichen LKW-Überholverbote auf gut ausgebauten Autobahnen (häufig sogar 3- oder nochmehrspurig), um dem PKW die freie Fahrt zu garantieren.
Auch ist der Egoist Mensch im Straßenverkehr ein enormer Faktor, der das LKW-Fahren alles andere als romantisch macht, denn nur allzuoft ist der PKW-Fahrer der irrigen Meinung, dass er auf der höchsten Stufe der Entwicklung steht, und nur allzugern “Oberlehrer” gegenüber den LKWs spielt.
All das und noch viel mehr machen diesen Job zu einem der wenigen Berufe, welche im Verhältnis die größtmögliche Verantwortung mit sich bringen, aber in Sachen Lohn umgerechnet auf die Stunde locker in den Niedriglohnsektor drückt – Entlohnung sieht anders aus, mindere Aufwandsentschädigung trifft es meist schon eher.
Das größte Kreuz dürfte mit Abstand der Begrenzer sein, welcher die maximale Geschwindigkeit des LKWs reduziert.
Dieser Begrenzer ist bei den allermeisten LKWs bei 89 bis 90 km/h eingestellt, Tankwagen werden gern auf 80 km/h eingestellt, und die Möchtegern-LKWs, die irgendwo zwischen 7,5 und 12 Tonnen rumkrauchen, begrenzt man gerne auf 85 km/h.
Die zuletztgenannten LKW haben meist mit Elefantenrennen nichts am Hut – vielmehr trifft es die Masse, welche bei rund 90 km/h begrenzt sind.
Bis heute gibt es seitens des Gesetzgebers keine klare Definition, wann ein Elefantenrennen beginnt – ein Rechtsstreit lohnt also.
Aber muss es denn wirklich immer soweit kommen?
Seit ICH den LKW-Führerschein habe, habe ich mir selbst eine Grundregel angelegt, mit welcher ich seitdem sehr gut fahre:
werde ich von einem nur unwesentlich schnelleren LKW überholt, nehme ich meine Geschwindigkeit um 5 km/h zurück. Der überholende LKW ist somit ratzefatz an mir vorbei und erspart mir und auch ihm somit unnötigen Stress, alle sind glücklich. Auf einer Distanz von 500 km Wegstrecke bei 25 LKWs, die mich insgesamt überholen, kostet mich das gerade mal 5 Minuten, also wirklich nichts, was weh tut – jeder Pinkelaufenthalt auf einem Rastplatz dauert länger!
Sollte ich mal derjenige sein, der nur unwesentlich schneller ist als der, den ich gerne überholen möchte, hoffe ich bislang immer auf die Vernunft dessen. Ich frage also immer nett über CB-Funk, ob er mal kurz seinen Speed um 5 km/h verringern kann – bis auf ein paar wenige Ignoranten, welche solche Möglichkeiten für sich nutzen, um sich für weitere 5 Minuten wach zu halten, klappt das auch recht gut. Kommt über CB keine Reaktion, signalisiere ich beim Ausscheeren durch kurzes Aufblenden, dass ich gerne vorbei möchte. Auch das haben bis jetzt erstaunlich viele auf Anhieb begriffen.
Ich möchte hiermit jeden Kollegen eindringlich bitten, es mir gleich zu tun. Beim Wiedereinscheeren nach dem Überholen klappt es ja auch mit den Lichtzeichen geben (auch wenn es die StVO nicht erlaubt, denn erlaubt ist nur die kurze Lichthupe, um den zu überholenden zu signalisieren, dass man nun überholt).
Erstens spart es wirklich jedem unheimlich Nerven, und zweitens hilft man sich so gegenseitig, dem Gesetzgeber einen Denkzettel zu verpassen und trotzdem überholen zu können, ohne sich gleich einen Punkt einzufangen!
Und an all die Kutscher, welche nur allzugerne auf Biegen und Brechen versuchen zu verhindern, dass man überholt wird:
Was bringt Euch das? Hilft das gegen dicke Klöten? Kompensiert das das eigene Unvermögen, das Hirn zu benutzen? Mensch Leute, denkt mit!
Und an all die PKW-Fahrer, welche wirklich im Sekundentakt direkt am Anfang der Baustelle noch am LKW vorbeiziehen müssen, um dann direkt vor diesem den Anker zu schmeissen, sei nur erwähnt, dass das eine Nötigung mit gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr darstellt, was definitiv den Staatsanwalt auf den Plan ruft! Lasst doch den LKW fahren! Wenn er der Meinung ist, die Baustelle mit 90 km/h nehmen zu müssen, braucht Ihr nicht Oberlehrer zu spielen, denn für sowas haben schon einige auf dem nächsten Rastplatz Zähne gespuckt!
(was ich im übrigen in einem solchen Fall zu 100% nachvollziehen kann und auch mit Sicherheit nicht durch Dazwischengehen unterbinden würde und werde)
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Fahre ja auch generell auf der Autobahn heim und zur Arbeit – A8 – einmal Richtung München und dann heimwärts Richtung Salzburg. Hier gibt es logischweise sehr viele ausländische LKW die nicht immer nett sind. So wird man schon mal als PKW Fahrer gefährlich geschnitten obwohl man mit 180-200 Sachen angefahren kommt. In aller Regel ist ja das ausweichen auf eine der linken Spuren möglich, wenn man schon so schnell fahren kann, nett ist das dennoch nicht.
Da kocht das Bllut auch schon mal ordentlich – mit den deutschen Brummifahrern gibt es hingegen nie Probleme bis auf genannte Elefantenrennen