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Verkehrssicherheit

Alles redet über Verkehrssicherheit und die Praktizierung derer, aber was wird auch effektiv gelebt?

Verkehrssicherheit wird durch verdammt viele Optionen beeinflusst.

  • Da hätten wir zum einen den typisch deutschen Schilderwald. Es gibt nicht eine Situation, welche hierzulande ungeregelt wäre, und selbstverständlich muss dieses auch durch (Zusatz-)Zeichen klargemacht werden – eine massive Reduzierung dieser meist überflüssigen Verkehrszeichen würde deutlichst zur Verkehrssicherheit beitragen, da man sich mehr auf den Verkehr konzentrieren könnte.
  • Dann wären da die vielen Durchfahrtsverbote, welche LKW immer mehr aus den Stadtgebieten verdrängen. Zwar führen diese dazu, dass Anwohner an ehemals stark befahrenen Straßen zu mehr Ruhe finden, allerdings bedeuten diese Verbote auch, dass LKW zu aberwitzigen Wendemanövern genötigt werden an Straßen, welche teils schlecht überschaubar sind. Nicht selten steht ein Durchfahrtsverbotsschild an/auf Landstraßen, auf welchen hohe Geschwindigkeiten gefahren werden können.
    Während der LKW hier jetzt eine andere Route heraussuchen muss und entweder erstmal stehenbleibt um Kartenmaterial zu studieren, oder aber seinen Zug auf Querstraßen und/oder über unbefestigte Seitenwege wendet und somit ein Hindernis darstellt, geht der PKW-Fahrer von freier Fahrt aus und hat plötzlich diesen LKW vor sich.
    Ein Durchfahrtsverbot für LKW sollte nur dann Rechtsgültigkeit besitzen, wenn dieses in aktuellem Kartenmaterial eingetragen ist, und Navigationssysteme die Durchfahrtsverbote auch kennen und berücksichtigen können, denn heutzutage kann man unmöglich für ganz Deutschland sämtliche (aktuellen) Straßenkarten im Papierformat haben, zumal die Navigation heutztage elektronisch geplant wird, und zwar von Seiten der Disposition, sowie auch vom Fahrer.
  • Dann hätten wir den Punkt Cockpit. Nicht selten sitzt man heutzutage hinter einem Armaturenbrett, welches der Schaltzentrale eines Ufos gleicht. Unübersichtlich, vollgestopft und überladen – viele Verkehrsteilnehmer wissen noch nichteinmal, wann die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden darf, wie schnell dann nur noch gefahren werden darf, oder wo die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs zu finden ist; wie sollen diese sich dann 100%ig in ihrem PKW zurechtfinden?
  • Das Durchschnittsalter der Verkehrsteilnehmer wächst durch das stetig steigende zu erwartende Lebensalter ebenfalls immer mehr an. Immer mehr Verkehrsteilnehmer sind mit weit über 65 Jahren noch immer im Straßenverkehr unterwegs. Diese haben Ihre Führerscheine vor mehr als 40 Jahren gemacht, und sind wir doch mal ehrlich, wer nicht dazu gezwungen wird, frischt sein Wissen im Bezug auf Verkehrsregeln nicht auf. Auch die Gesundheit dieser älteren Verkehrsteilnehmer ist meist mit dem täglichen Konsum von zig Medikamenten begleitet, welche nicht immer hilfreich für schnelles Reagieren sind. Allgemein ist es diskriminierend für jeden Berufskraftfahrer, dass alle anderen Führerscheinklassen (ausser D/DE, also Bus) NIE regelmäßig einen Gesundheitscheck absolvieren brauchen, während man als Inhaber der Klasse C/CE regelmäßig alle 5 Jahre seinen Führerschein verlängern muss, was mit einem Gesundheitscheck verbunden ist. Noch immer hat sich in den Köpfen der Deutschen festgenagelt, dass ein LKW mehr Schaden anrichten KANN als ein PKW – sehen wir doch mal zurück auf den Rentner in Menden, welcher mit seinem PKW in diesem Jahr mal eben sportlich in eine Menschenmenge gerast ist – wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, wurden da über 20 Menschen schwerst verletzt und teilweise getötet; mit einem regelmäßigen Gesundheitscheck hätte man frühzeitig erkennen können, dass dieser Rentner nicht mehr zum Führen eines KFZ geeignet gewesen wäre!
  • Dann hätten wir da noch die reinen Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrer. Diese unterliegen der sogenannten Fahrpersonalverordnung. Während diese sagt, dass die tägliche Lenkzeit begrenzt ist, findet sich im Arbeitszeitgesetz keinerlei Regelung, wie lange eine “Schicht” dauern darf. Somit kann der Unternehmer seinen Fahrer locker 20 Stunden einbinden, wenn Wartezeiten dazwischen liegen, welche NICHT als Arbeitszeit gewertet werden. Das ist nicht nur ein Rückschritt in die Steinzeit, sondern auch eine massive Verletzung der freien Persönlichkeit! Hierzu habe ich in einem früheren Beitrag bereits etwas geschrieben, und möchte auch nicht weiter darauf eingehen. Um hier aktiv Verkehrssicherheit zu betreiben, ist eine (Wieder-)Einführung von Schichtzeiten erforderlich welche besagen, wieviel Zeit zwischen Anfang und Ende inkl. aller Standzeiten vergehen darf!
  • Auch ist die Abschaffung des §21a des ArbZG dringend nötig, denn von Freizeit kann nur dann gesprochen werden, wenn ich diese Zeit auch frei nutzen kann. Da ich als Berufskraftfahrer jedoch gezwungen bin, mich am/im LKW aufzuhalten, kann das keine (unbezahlte) Freizeit sein.

Für die letzten beide Punkte plane ich, eine Onlinepetition einzureichen. Hierfür wäre es im Vorfeld interessant zu wissen, wie der Meinungsstand hierfür ist. Für eine rege Verlinkung dieses Artikels, sowie zur Hinterlassung von ausführlichen Meinungen sowie Diskussionen in Truckerforums mit Verlinkung zu diesem Beitrag bitte ich im voraus, um anschließend eine korrekte Formulierung ausarbeiten zu können.

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1 Kommentar zu „Verkehrssicherheit“

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