Tapfer
700km Wegstrecke, ein Megastau auf der A1 ab HH-Billstedt bis zum Kreuz Hamburg-Süd, 100km Dauerstress ab Hamburg über Bremen durch Mega-Scheiss-Baustelle, 2 Stunden Wartezeit mitten in der Nacht, im LKW ab 10:00 Uhr morgens bis heute früh um 01:15 Uhr, und er hat noch immer gute Laune!
Mein Sohnemann stand gleich die erste Hammertour mit 99,9% geöffneten Augen durch, und jetzt nach gerade mal 10 Stunden Pause (und nur 9 Stunden Schlaf) fragt er schon im 5-Minutentakt, wann es endlich weiter geht, während ich mich noch an meiner Tasse Kaffee festhalte.
Mein eigentlicher 2-Wochen-Vorrat an Lebensmitteln wird wohl maximal nur eine Woche halten, meine 9L Getränke dürften bereits Mittwoch verbraucht sein – aber er hat Spaß!
Ich hätte es im Leben nicht für möglich gehalten, dass er nach einem solchen Tag wie dem gestrigen überhaupt noch Spaß an einem LKW finden kann, aber er turnt hier durch die Hütte, als wäre es ein Riesen-Abenteuer-Spielplatz, die obere Liege gleicht einem Schlaf- und Spielplatz, im TV läuft irgendsoein Kindersender, und die ersten 5kg Dreck durfte ich auch schon aus der Hütte entfernen, weil er ständig rein und raus klettert…natürlich mit Schuhen.
So, dann will ich mich mal langsam mit der Dispo auseinandersetzen, wie es nun weitergeht, bevor ich noch ´ne Keksdose am Ohr habe…
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Hehe..da hatte ich es einfacher
Sohnemanns Fotoalbum enthält von jedem Wochentag ein Foto, auf allen das gleiche Bild: Sohnemann vornübergesunken im Gurt hängend beim Ratzen im Sitz
Morgens um 5 war eindeutig nie seine Zeit, er hat dann bis um 10 auf dem Beifahrersitz weitergepennt..
Hmm…. das kommt mir irgendwie bekannt vor. Vor vielen, vielen … also vorgestern, war ich in der selben Situation. “Fazination LKW”. Als siebenjähriger ist ein LKW schon was tolles. Und wenn man dann noch mitfahren darf, ist das so ziemlich das Größte.
Allerdings gibt es da auch noch eine Kehrseite. Mein Stiefvater hat sich damals selbstständig gemacht. Mit nem Büssing Unterflur und nem Kässbohrer Anhänger. Heutzutage hat er 9 Sattelzüge, und ich dumme Nuss habe nach meiner Lehre zum Schlosser auch bei Ihm angeheuert. Tja, und so fügt sich das eine zum anderen.
Schuld daran ist NUR mein Stiefvater, wenn man meine Mutter fragt, denn er war es, der mich mitgenommen hat. (und der blöde LKW) Aus der Nummer kommt er sein Leben lang nicht mehr heraus.
Also schön Obacht geben…
Denn Nachwuchs braucht die Branche, wer soll denn, wenn wir mal nicht mehr können, unsere Protesen hin und her fahren?
So long