Wochenende
So, ich bin nun endlich zuhause.
Die letzten drei Wochen haben mich mit dem heutigen krönenden Abschluß echt in eine extrem nachdenkliche Situation gebracht, denn wieder einmal läuft trotz 100%iger Arbeitsleistung meinerseits irgendetwas in der Firma aus dem Ruder.
Noch nachdenklicher stimmt mich der Umstand, wieviele neue Gesichter plötzlich in der Firma sind, und wie die allgemeine Grundstimmung unter den Fahrern plötzlich im Bezug auf die Firma ist.
Jetzt werde ich mir erstmal überlegen, ob ich Arschloch genug bin, das Spielchen weiter mitzuspielen, und den/dem Disponenten mal zu zeigen was es heisst, mit einem zu 100% nach Gesetzen fahrenden Kraftfahrer zu kommunizieren.
Ich bin ja selbst überrascht, wie ruhig ich heute am Telefon geblieben bin – bin ich doch vor nicht allzu langer Zeit schon wegen wesentlich weniger dramatischen Sachen aus der Haut gefahren. Aber ein Spruch war definitiv zu viel des Guten, nämlich “Danke für die Mitarbeit”.
So unterschwellige Bemerkungen, welche darauf abzielen, dass ich ja nur dagegen arbeite, lasse ich nicht auf mir sitzen, denn ich war es nicht, der die letzten 3 Wochen gegengearbeitet hat, ganz im Gegenteil! Ich sage nur das letzte Wochenende, oder die Schweizfahrt, und und und.
Ich bin mir eigentlich recht sicher, dass die so schnell keinen zweiten blöden finden werden, der so oft zugunsten der Firma zurücksteckt und sich sogar noch ein Bein ausreisst, damit die teils echt megabeschissen geplanten Touren noch irgendwie aufgehen.
Aber auch andere hatten keine so gute Woche. Maik hat sich in seiner Eigenschaft als Berufkraftfahrer ungewollt in einer Situation wiedergefunden, in welcher er körperlichen Schaden davon getragen hat.
Man(n) kann nur vermuten, warum er so massiv von 2 Italienern angegriffen und verletzt wurde.
Sicherlich wird es auch ein Grund sein, dass er bedingt durch die rücksichtlose Fahrweise anderer langsamer fahren musste, aber ist das ein Grund dafür, einen Berufskraftfahrer, der auch nur seinem Job nachgeht und versucht, das ganze ohne Schaden für sich und andere ablaufen zu lassen, gleich körperlich anzugreifen und zu verletzten?
Naja, ich für meinen Teil habe für solche Fälle grundsätzlich immer etwas neben dem Sitz liegen.
Es ist zwar eigentlich ein Werkzeug, welches ich mehrmals täglich brauche und auch nicht mehr missen möchte, aber man kann es natürlich auch zweckentfremden.
Ist ja nicht so, dass man dieses Werkzeug auch gleich aktiv einsetzen müsste, aber ich möchte wetten, dass der Anblick eines massiven Gussschlüssels mit dem Hinweis, dass man diesen gleich einsetzt und man sich definitiv mehr als nur wehren wird, bei dem einen oder anderen die Einsicht kommen lässt, dass es unter Umständen doch keine so gute Idee ist, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Soweit käme es noch, dass ich für die rücksichtsvolle und sichere Fahrweise und dem Mitdenken für andere auch noch Prügel kassiere, nur weil die schlicht zu doof dazu sind! Nee nee, bevor ich einstecke, teile ich lieber aus!
Maik, ich wünsche Dir gute Besserung, und erhebe auf jeden Fall Strafanzeige! Es wird in unserem Beruf fast merklich täglich schlimmer, und zwar von allen Seiten aus – das sind aber Dinge, die man bereits im Keime ersticken muss, bevor sich andere Spasten auch noch ein Beispiel daran nehmen!