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Winterdiesel

Die nebenstehenden Suchbegriffe belegen, dass der (sibirische) Winter nun in Deutschland angekommen ist, und viele (mich eingeschlossen) Probleme mit den tiefen Temperaturen haben.

Der Grund ist einfach:
In Deutschland wird von Mitte November bis Ende Februar sogenannter Winterdiesel angeboten, welcher per hinzugefügter Additive eine niedrigere Filtrierbarkeitsgrenze (Nutzbarkeit) besitzt.

Hintergrund ist das Ausscheiden von Paraffinkristallen im Diesel, was bei niedrigen Temperaturen naturgemäß stattfindet. Mit diesen zusätzlichen Additiven wird diese Grenze weiter abgesenkt, damit weder Leitungen noch Filter zugesetzt werden. Dieses ist dann der Winterdiesel, welcher nach der EN590 festgelegt und bis -20°C nutzbar ist. Allerdings waren die Temperaturen in den letzten Tagen teils bis zu -27°C, und da macht dann auch der Winterdiesel schlapp.

In noch kälteren Regionen als Deutschland, zum Beispiel die skandinavischen Länder, gibt es zusätzlich dann auch noch den sogenannten “Polardiesel” – dieser erlaubt die problemlose Nutzung des Diesels bis -44°C.

Die Filtrierbarkeitsgrenzen sind allerdings auf die Nutzung von Dieselmotoren ausgelegt, nicht aber auf dieselbetriebene Standheizungen!
Da diese meist nur eine hauchdünne Zuleitung besitzen, und die tatsächlichen Nutzbarkeitsgrenzen meist um die 5°C höher liegen als angegeben (in DE also -15 bis -12°C), flockt der Diesel aufgrund des deutlich kleineren Leitungsquerschnitts und der daraus resultierenden Angriffsfläche in diesen Leitungen schon deutlich früher, und führt damit zu Fehlversagen von Standheizungen, da die kleinen Miniaturschrittpumpen es nicht mehr schaffen, den zähen Diesel bis zur Standheizung zu pumpen.

Aber auch dagegen gibt es Abhilfe:

  1. Premium Dieselsorten tanken, wie ARAL Ultimate Diesel o.ä., bei welchen die Nutzbarkeitsgrenze garantiert bis auf -24°C abgesenkt ist, oder
  2. genau berechnete Menge an Fliessverbesserern für Diesel, mit welchen die Nutzbarkeitsgrenze abgesenkt werden kann

Bei dem zweiten Punkt ist jedoch zu beachten, dass die Zugabe VOR dem Einsetzen des Flockens stattfindet – bereits paraffinierter Diesel vermischt sich nur schlecht bis garnicht mit Fliessverbesserern. Hier muss der Diesel dann erst angewärmt werden.

Besonderes Ärgernis sind die Standheizungen von Daimler in den Actros-Serien!
Nach dreimaligen Versagens der Standheizung riegelt die Bordelektronik die Standheizung komplett ab, sodass ein Besuch in der Werkstatt unumgänglich ist, um diese wieder freizuschalten.

Sollte der Motor bei tiefen Temperaturen versagt haben bzw kein Gas mehr annehmen, ist der zusätzliche Tausch des Dieselfilters ebenso unumgänglich.
Hierbei ist darauf zu achten, dass der Motor bis zu 30 Minuten IM STAND laufen muss, um sich anschließend zu entlüften, unabhängig vom Modell!

Früher, als beim Anwerfen eines Diesel die Umgebung noch zugeräuchert wurde, konnte man die Nutzbarkeit des Diesel durch Beigabe von Benzinkraftstoff erreichen – hiervon ist bei der heutigen Motorentechnik DRINGENDST abzuraten, weder PKW, noch LKW werden dieses schadfrei überstehen!

Ähnliche Beiträge:

  1. Daimler und die Kälte – 2 Welten treffen aufeinander

4 Kommentare zu „Winterdiesel“

  • Michael:

    Moin,ich hab zwar diese Probleme nicht,jedoch ein anderes.Meine Standheizung im MAN steht auf 19 Grad,im Führerhaus sind es aber knappe 26,an erholsamen Schlaf ist dort auch nicht zu denken.
    Der Temperaturfühler sitzt draussen an einer ungünstigen Stelle,sobald der Wind auf diesem steht,geht die Standheizung auf Vollgas,unabhängig von der eingestellten Temperatur. :x

    • truckstop24.net:

      Jetzt nochmal zum Mitmeißeln für alte Menschen wie mich: Der Sensor sitzt AUSSEN? :shock: :lol: “Murks aus Nürnberg!!!” :mrgreen:

      • Michael:

        ;-) jepp,der Aussentemperaturfühler sitzt aussen und je nach dem wie der Wind drauf steht,ballert die Heizung ohne Ende,das ich meine Füße wegnehmen muß.
        Irrsinnige Idee von MAN,diesen Fühler mit der Heizung zu koppeln.innen würde der viel mehr sinn machen :???:

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