Gegenstellungnahme
Mit großer Verwunderung stelle ich fest, dass Kommunalpolitiker immer wieder gerne “Sicherheitsaspekte” aufgreifen, wenn man irgendetwas verhasstes, ungeliebtes und/oder störendes entfernt wissen möchte.
Das erinnert mich nur allzu stark an die Versuche der Bundesregierung, aberwitzige Sicherheitsgesetze einzuführen, welche bei genauerer Betrachtung nicht nur sittenwidrig sind, sondern gegen zahlreiche andere Gesetze verstossen, und nicht selten sind es DIE LINKEn, die bei solchen Forderungen ganz vorne dabei sind.
So entnehme ich Ihrer Aussage, dass Sie bereits einen fahrenden LKW als potenzielle Gefahr sehen, der mit allen erdenklichen Mitteln und Möglichkeiten ferngehalten werden muss, sei es nun fahrend, oder ruhend.
Ich erspare mir jetzt mal die Auflistung, in wievielen Punkten LKW für unsere Gesellschaft überlebensnotwendig sind.
Auch erspare ich mir Ihnen aufzulisten, mit welchen Problemen im Alltag der Fahrer eines LKW zu kämpfen hat, nur weil “Sicherheit über alles geht”.
Was ich Ihnen aber nicht erspare, ist der Vorwurf des billigen Populismus!
Der LKW, um welchen es dort geht, kommt in aller Regelmäßigkeit zu Zeiten dort an, zu welchen weder Schul- noch Musikbetrieb existiert – von einer Gefährdung von Schülern kann hier also in keinster Weise die Rede sein, es sei denn, die Hegermühlengrundschule hat neuerdings den Lehrbetrieb in die Nachtstunden verlegt, was mir dann entgangen wäre, da auch mein Sohn dort zur Schule geht!
Was den bereits geparkten LKW betrifft, der notgedrungen auch noch in den Montag hinein dort parkt, so hat dieser äußerst effektiv dafür gesorgt, dass sich PKW-Fahrer an die dortige Tempo-30-Regelung gehalten haben, was ohne LKW nur extrem selten der Fall war/ist!
Auch LKW-Fahrer haben, man soll es kaum glauben, ab und zu mal einen Wohnort, an welchen sie recht unregelmäßig zurückkehren, um sodann die gesetzlich auferlegte 45-Stunden-Pause einhalten zu können. Es ist also pures Wunschdenken, dass LKW nur mal eben schnell in eine Stadt hineinfahren, abladen, und dann ganz schnell wieder verschwinden!
Ihre obige abgedruckte Aussage trägt lediglich dazu bei, dass die überwiegend sinnlose öffentliche Hetze gegen LKW und dessen Fahrer in der Öffentlichkeit negativ meinungsbildend auf BILD-Niveau immer weiter vorangetrieben wird und sie diese Kämpfe auf dem Rücken derer austragen, die am allerwenigsten dafür können, und sie den Leuten das Leben schwer machen, die einfach nur Ihre Familie ernähren wollen.
Der LKW, der Ihnen ein Dorn im Auge ist, war bis vor kurzem IMMER zu 100% korrekt abgestellt, was in dieser Stadt eher Kunststück als normal ist, und durch die nun erfolgte Zusatzbeschilderung ist ein Parken in Strausberg zu 100% illegal!
Aussagen wie “es gibt genügend Firmen, bei welchen man LKW abstellen kann” kann ich Ihnen recht eindrucksvoll widerlegen – es gibt in Strausberg nicht eine Firma, welche dauerhaft/regelmäßig einen fremden LKW auf dem Gelände haben will! Ich habe mir in Strausberg bereits die Füße wund gerannt auf der Suche nach einer Alternative, nur um den LKW so stressfrei wie eben möglich parken zu können, denn auch ich kann mir besseres vorstellen, als auch noch in meiner verdammt knappen Freizeit mich wegen dem LKW herumärgern zu müssen!
Auch das Gewerbegebiet ist gänzlich ungeeignet, einen LKW zu parken! Zum einen sind LKW naturgemäß öfters mal beladen, wodurch ich als Fahrer meiner Firma und meinem Auftraggeber gegenüber eine Sicherungspflicht habe. Das Gewerbegebiet ist nur allzuoft an den Wochenenden Ort für Diebstähle jeglicher Art, da dass Gewerbegebiet weder als Durchgangsgebiet dient, noch anderweitiger Verkehr stattfindet, ist es schon fast eine Einladung zum Diebstahl, und bei aller Liebe, warum sollte ich an einem Ort einen beladenen und vollgetankten LKW abstellen MÜSSEN, wo Sie noch nichteinmal freiwillig ein Fahrrad an eine Laterne ketten würden???
Zum anderen eignet sich das Gewerbegebiet nicht als Parkort für LKW, da
1. die evtl. vorhandenen Parktaschen nicht groß/breit genug sind, und
2. beim Abstellen des LKW auf der Fahrspur der verbleibende Raum daneben zu gering ist!
Wir beide kennen den tatsächlichen Beweggrund für Ihre Aussagen – gerne erwarte ich Ihre Stellungnahme, welche akzeptable Vorschläge zum zukünftigen Parken des LKW beinhaltet, denn eines ist Fakt, durch ein Verbot verschwindet nicht der LKW, denn es ist mein Beruf, LKW zu fahren, und auch zukünftig bin ich dazu verpflichtet, diesen abzuparken! Und da es zukünftig nun egal ist, wo der LKW parkt, beglückwünsche ich Sie im Namen eines jeden Berufskraftfahrers zu Ihrem erreichten Ziel, dass wir nun alle per se Kriminelle sind und faktisch Narrenfreiheit bei der Parkplatzwahl haben! Denn wenn es vollkommen egal ist, wo ich eine Ordnungswidrigkeit durch das Parken eines LKW begehe, muss ich mir auch keinen Kopf mehr machen, ob der LKW evtl. stören könnte oder nicht, denn das Ticket bekomme ich ja in jedem Fall, egal wo – damit haben Sie echt verdammt viel erreicht, die Strausberger sind bestimmt unheimlich stolz darauf, einen so fähigen Stadtverordneten unter sich zu haben!
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