Ich habe mich ja schon gewundert, …
… dass da meine Firma nicht schon viel früher drauf gekommen ist, aber heute war es dann soweit:
Heimfahrt nicht im LKW, sondern in einer Leihtrethure (Mietwagen). Da ich gestern schon knapp am Rande meiner zulässigen Schichtzeit war, wurde nochmal eine Ruhepause eingelegt, bevor ich dann heute früh zum Verleiher gefahren bin, und dort dann LKW gegen Transporter eingetauscht habe.
Es ging wesentlich fixer als im LKW, und obendrein belastet es auch nicht die Fahrerkarte mit Lenkzeit, sondern nur mit Arbeitszeit.
Und nein, ich habe damit kein Problem. Ganz im Gegenteil. Kein Stress mit der Parkplatzsuche übers WE und ein bis zu 5 Stunden kürzerer Heimweg sind unschlagbare Vorteile für mich, sowie für die Firma.
Für die Firma ist natürlich auch der geringere Spritverbrauch interessant, wobei man da auch vorsichtig sein muss, denn bei uns LKW-Fahrern werden die Mietautos nicht ohne Grund Trethuren genannt.
Auch entfällt die LKW-Maut, sodass bei einem vernünftigen Tarif durchaus jeder davon profitiert.
Günstiger, als den Fahrer am Wochenende draussen stehen zu lassen, dürfte es zudem auch noch sein, denn die Verbringung der WE-Pause im LKW ist grundsätzlich FREIWILLIG, sprich, wenn ich als Fahrer sage “Ihr könnt mich mal”, fallen zu den Zuschlägen auch nochmal Unterbringungskosten für ein Hotel an, und das kurzfristige Abspringen des Fahrers dürfte der Firma zudem noch sicher sein.
Allgemein ist die Stimmung unter den deutschen LKW-Fahrern derzeit extrem mies, da wirklich jede Firma auf kurz über lang dazu neigt, den Fahrer als das Sparpotential schlechthin zu sehen, ihn nach streng BWL-technischen Gesichtspunkten lediglich als eine Variable zu behandeln, und dabei auch noch zwischenmenschlich total versagen.
Gut, es gibt noch so ein paar “Hardliner” in den diversen Büros, welche noch daran festhalten, dass Fahrer Menschen sind, und dementsprechend ordentlich mit diesen umgehen, aber auch die werden nach und nach durch die skrupellosen und geldgierigen Vorstände durch menschliche Totalversager ersetzt, sodass auf dem Arbeitsmarkt so langsam ein gewisser Gleichstand eintritt, was alte Firmen, neue Firmen, beschissene Firmen und vormals gute Firmen eintritt, was es den deutschen Fahrern in ihrer Entscheidung langfristig einfach macht bei der Entscheidung, ob sie nach dem Jahreswechsel zu 2014 noch in diesem Beruf tätig bleiben oder nicht … denn dann greift die letzte Frist des Berufskraftfahrerqualifizierungsgesetzes.
Liebe Firmen, kommt wieder zurück zu sozialem Verhalten, und das muss auch nicht immer etwas kosten, ausser vielleicht mal ein freundliches Wort, oder eine freundliche Nachfrage, ob ich denn kürzen/verlängern kann – dann ist die Antwort in den meisten Fällen eine andere, als wenn Ihr einfach Kraft eigener Suppe beschliesst, was zu sein hat oder nicht, obwohl Ihr ganz genau wisst, dass gesetzlich nur eine Person darüber entscheiden kann -> der Fahrer selbst.
Und was die Wochenenden betrifft, so soll es Fahrer geben, die keine Familie haben, die gerne für ein schmales Taschengeld das Wochenende im LKW verbringen – aber per “Arbeitsanweisung” beschliessen zu wollen, dass man ab sofort gefälligst regelmäßig alle 2 Wochen draussen bleiben soll, geht ja mal garnicht! Weder ist das ein Notfall (und hier meint der Gesetzgeber NICHT einen Auftragsnotstand), noch ist es zulässig, ganz gleichgültig dessen, was in einem Arbeitsvertrag dazu festgehalten ist, der zudem die höchst verwerfliche Salvatorische Klausel enthält, welche in zig Gerichtsurteilen als gänzlich unwirksam befunden wurde.
Und nochmal: ich bleibe an den Wochenenden NICHT draussen im LKW, erst recht nicht für die Almosen, welche Ihr dafür springen lasst, und eine Drohung zwecks Abmahnung fasse ich lediglich als den Straftatbestand der Nötigung auf!
Ihr habt eine soziale PFLICHT dem Arbeitnehmer gegenüber – kommt dieser nachhaltiger nach! Dann wird auch das Fahrpersonal wieder entspannter und bereiter, mal das eine oder andere zu tun, was er nicht müsste! ![]()
In diesem Sinne …