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Desolater Zustand
Ohne große Worte mal ein paar Bilder zu meinem derzeitigen Arbeitsgerät:
Alle Mängel sind gemeldet.
Man kann es schwer erkennen, die Tür ist handgespachtelt und dosenlackiert, und am Heckrahmen ist irgendwer wohl mal mit dem Bolzen kräftig hängengeblieben.
Zu den beiden Bildern mit dem AdBlue: Nach einer Tour meldet das System “AdBlue nachtanken”, und nach einer Ruhepause ist der Tank dann wieder halbvoll.
Manche “Kollegen” sollte man auf den Mond schiessen!!!
Nachdem die Bude mit den grünen (untermotorisierten) Böcken auch wieder ein Griff in die Toilette war, bin ich nun auf einen Tanker gesetzt worden.
Neuland für mich, und eigentlich wollte ich seit der Geschichte 2008 ja auch keinen Tanker mehr besteigen, habe ja absichtlich auch meinen ADR-Zusatz “Tank” verfallen lassen, aber gut, es sind ja dieses mal Lebensmittel und kein Heizöl und/oder Diesel.
Montag ging es dann also nach Bayern, dort stand der LKW.
Als ich die Tür öffnete, kam mir ein beissender Gestank entgegen a la “ich lüfte NIE – es sind schon viele erfroren, aber noch keiner erstunken”, und auch die Sauberkeit liess auf den ersten Blick zu wünschen übrig – ich kletterte rein.
Dort dann die Feststellung, dass der LKW komplett (und ich meine wirklich komplett) eingeräumt ist – nicht ein Staufach, nicht eine Ablagemöglichkeit oder sonstiger Winkel ist frei – selbst das Bett ist komplett bezogen, und auch der Platz unter dem unteren Bett ist komplett belegt. Einzig das linke Aussenstaufach bietet noch etwas Platz, aber da hat der Supervollpfosten von Stammfahrer einen Wasserkanister mit Scheibenwaschflüssigkeit reingestellt, und jeder Spast weiss, dass diese Kanister NIE dicht sind und IMMER lecken … ausser eben dieser Drecksbazi – also auch dieses Fach unbenutzbar!
Laut Disposition hatte er sogar die Order, das Fahrzeug auszuräumen und im sauberen Zustand zu übergeben – stattdessen durfte ich diese Keimhöhle in Empfang nehmen.
Aufgrund meiner Beschwerde über den Zustand des Fahrzeugs, wurde der Stammfahrer gleich von der Dispo angerufen, und dieser erklärte er, dass er ja das Mittelfach ausgeräumt habe, und auch ein Staufach leer wären – ja nee, is klar, sehe ich.
Auch hätte er den Innenraum gereinigt – womit denn? Mit Luft und Liebe??? Wasser oder zumindest einen feuchten Lappen hat der Kübel zuletzt im Autohaus gesehen, und dann nie wieder, und das war vermutlich vor 6 Jahren!!!
Ich meine, so ein LKW ist ein Arbeitsgerät, keine Frage, aber SO kann, darf und muss ein LKW nicht aussehen! Ich habe exakt eine Woche gebraucht, bis ich alleine diesen penetranten Gestank aus der Hütte raus hatte!
Was sind das für Pottschweine, die so ein Auto fahren? Und mir dann am Telefon erzählen wollen, was das doch für ein tolles Auto ist – ELENDIGER SPRÜCHEKLOPFER, bleib da wo Du bist, nämlich in Rente, bevor Du noch einem anderen Kollegen den Tag versauen kannst!!!
Auch Geldwäsche genannt!
Gerade eben erhielt ich eine eMail mit einem “Stellenangebot”:
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2. Sobald das Geld auf Deinem Konto ist, hebst Du das Geld in bar ab.3. Du hast schon 400-1600 Euro verdient! – 20 % von der Geldüberweisung kannst Du für Dich behalten!4. Das restliche Geld übermittelst Du uns.5. Falls Du alles gemäß unserer Anweisungen ausgeführt hast, schicken wir die nächste Geldüberweisung auf Dein Bankkonto.Die Beträge und die Zahl der Geldüberweisungen können nach Deinem Wunsch variieren.
Diese Arbeit ist absolut dem Recht entsprechend und auf dem Territorium der Europäischen Union und Deutschlands zugelassen.
Wenn unser Stellenangebot bei Dir Interesse erweckt hat, schicke uns die Antwort per e-Mail.Wir kontaktieren Dich baldmöglichst und antworten auf alle Deine Fragen.
Beeile Dich, die Anzahl von Stellenangeboten ist beschränkt!
Ah ja, das StGB kennt diesen “Job” übrigens auch, unter dem §261!
Die eMail läuft über Hotmail, der Absender geht über einen Anonymisierungsdienst namens eNominee, als Absender werden “ylshipymmanlouwurie@hotmail.com” und “Michaela H�ttner” aufgeführt.
Also Leute, eine neue Form des Idiotenfangs, zumal immer erst eine Bankverbindung angegeben werden muss – würde mich nicht wundern, wenn plötzlich das eigene Konto leergeräumt ist!
Eurologistic-24 GmbH Westerstede / Uplengen
16 IN 55/12 : In dem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Eurologistic – 24 GmbH, Am Esch 23, 26655 Westerstede (AG Oldenburg, HRB 204854), vertr. d.: Dennis Grunwald, Am Esch 23, 26655 Westerstede, (Geschäftsführer) ist am 16.01.2013 um 13:50 Uhr die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Schuldnerin angeordnet worden. Verfügungen der Schuldnerin sind nur mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Bernhard Schüring, Eichenstraße 77a, 26131 Oldenburg, Tel.: 0441 3618450, Fax: 0441 36184520 bestellt worden.
Amtsgericht Oldenburg, 16.01.2013
Und wie mir mitgeteilt wurde, geht das Fahrerverarschen unter neuem Namen, neuem Geschäftsführer (und altem Hintermann) froh und munter weiter!
Gekündigt!
Aufmerksame Leser werden es geahnt haben, dass ich den Nahverkehrsschnulli nicht wirklich gemocht habe, und dass ich mich unlängst nach was anderem umschaue.
Ich habe mich während des Urlaubs zu einem Probearbeiten entschieden, und es läuft ganz gut.
Gut genug, um den alten Arbeitsplatz zu kündigen, was ich auch gemacht habe.
Ich sitze jetzt wieder in einem Wechselbrückenzug und fahre gelbe Koffer durchs Land.
Es gibt demnächst also wieder mehr zu lesen.
Sauerland vs Brandenburg
Ich stehe ja derzeit wieder im Sauerland, und mache dort meine WE-Pause, da sich eine Heimfahrt in keinster Weise gelohnt hätte und nur noch mehr Stress bereitet hätte – 24h sind halt kein Wochenende, wenn da auch noch über 1000km zwischen liegen!
Ergo habe ich mich kurz vorm Kunden in mein Heimatdorf gestellt.
Gestern abend, ich klammere mich an meinem letzten Mixery fest und höre bei geöffneter Tür etwas lauter Musik (war hier ja ansonsten Totentanz m Gewerbegebiet), als plötzlich eine Gruppe “Nachtwanderer” hier vorbei kam, und prompt fragten “na junger Mann, kein zuhause?”.
Ich antwortete zielsicher “nee, heimatloser Fernfahrer”, und schon war es vorbei mit gemütlichem Alleinsein und vor sich hingrübeln!
Die 5 steckten kurz die Köppe zusammen, zwei von denen verbadschiedeten sich mit einem “bis gleich”, und die anderen beiden klönten gleich absolut vorurteilslos drauf los. Keine Spur von Feindseligkeit, Fremdeln, oder sonstigen eher brandenburgtypischen Ausfallerscheinungen.
Keine 10 Minuten später hielt ein Auto an – die beiden von vorhin stiegen aus und holten 2 Kästen bestes Bier aus dem Kofferraum – ISERLOHNER!
Dann noch mehrere gepolsterte Klappstühle, einen Grill, Grillkohle, und eine ganze Kiste voll mit Gewürzen, Saucen und sonstigem Beizeugs, was man sich so auf gegrilltes Fleisch klatschen kann.
Die Nacht endete heute früh um 4 Uhr – fragt mich nicht, über was so alles geschwatzt wurde, keinen Plan mehr. Die erste Kanne Kaffee heute früh jedenfalls ging ratzfatz runter. ![]()
Heute mittag hielt hier dann ein vollbesetzter Kleinwagen mit bekannten Gesichtern – die 5 von gestern abend stiegen aus, jeder mit Thermoskannen bewaffnet! “Morje” tönte es mir entgegen, “Frühschoppen oder Kaffee?”
Frühschoppen? Nee, tut nich Not sowas, also antwortete ich mit einem irritierten “Ähhhh, wie jetzt?”
Jochen (die Spaßkanone): “Na, wir lassen hier doch niemanden einsam zurück! Kannst ja auch nix dafür, dass in Deinem nächsten Pass Ossiland steht!”
Die fröhliche Runde von heute nacht ging dann bis gerade eben in die zweite Runde. Zwischenzeitlich hielten noch eine Menge anderer Fußgänger kurz an, klönten kurz mit, und verschwanden dann nach einer Glückwunscharie wieder.
Diese Art ist es, welche ich im Osten vermisse! Es juckt hier keine Sau, wer Du bist, wo Du herkommst, was Du tust oder auch nicht – hier wird innerhalb von zwei drei Sätzen abgesteckt, ob man sich grün ist, und fertig!
Ich glaube, so schnell ist ein Wochenende im LKW noch nie vorbei gegangen wie an diesem WE, und irgendwie bereue ich es jetzt schon, wenn ich morgen früh wieder den LKW starte und von hier wegfahre.
Und an all die Brandenburger, die sich jetzt auf den Schlips getreten fühlen: Denkt was Ihr wollt – ECHTE Freundlichkeit fremden gegenüber kennt Ihr nicht! Bei Euch rätselt man selbst nach mehreren Jahren noch, ob Euer Grinsen das Vorbereiten auf den Rückendolchstoss ist oder nicht! Von daher sei es mir verziehen, Brandenburg mit dem Sauerland zu vergleichen – das ist wie ein Vergleich zwischen Trabant und Mercedes …
Lieber Polo spielen als Polo fahren!!!
Das war bis heute für mich nur ein lustig-provokanter Spruch, dem ich kaum Bedeutung zugemessen habe … bis gerade eben.
Mein Schwager, irgendwie in der Punkszene angesiedelt, bat mich, ihn und einen seiner “Zecken” mit seinem “O.P.A” doch bitte nach Hause zu fahren, da er schon etwas tiefer ins Glas geschaut hatte.
Da ich diese Einstellung echt klasse finde, sagte ich zu … werde ich mir zukünftig dann wohl auch mehrmals überlegen.
Weder wusste ich, um was für eine Karre es sich handelt, noch um welche Kumpel – ich stellte mich moralisch auf ein älteres Fahrzeug mit ein, zwei oder drei Mängeln ein, mit ein, zwei oder drei diversen Anti-Facism-Aufklebern drauf, aber ansonsten in akzeptablem Zustand, und dann kam das:
Was habe ich über meinen Turbotrecker einst gelästert, ihn verspottet und niedergemacht – nach dieser rollenden Müllhalde jedoch ist er im Stellenwert um 20 Stufen gestiegen … mindestens!
Fensterkurbel fehlte, meine Nachfrage: “Geht die Keimbrutkastenabgrenzung auch irgendwie herunter?”
Besitzer dieses Haufen Schrott: “Musst Du mal suchen, die liegt irgendwo auf´m Boden.”
Danke, verzichte, und beim Durchforsten im ganzen Müll springt mich dann was an oder wie???
Beim Einlegen des ersten Gangs hatte ich dann den Schaltknauf in der Hand, sein Kommentar war Gelächter! ![]()
Als ich mich umdrehte, erblickte ich einen Kindersitz … ![]()
Stabis tot, Achstraggelenk und/oder Spurstangen tot, Kupplung kurz vor Exitus, Motorgummis vermutlich schon längst pulverisiert, und das Highlight war die Tröte unter der Stossstange – das war nicht nur ein Sportauspuff, sondern vermutlich auch noch leergeräumt – so einen Krach hat damals selbst mein Omega 24V nicht gemacht, und der war schon laut!
Lieber Schwager, kommst Du mir jemals nochmals mit so einem Eimer um die Ecke, kündige ich die Freundschaft!
Ich bin echt nicht ängstlich, und bin schon Autos gefahren, wo Obrigkeit UND TÜV Panik kriegen, aber das da will ich NIE WIEDER erleben müssen!!!
So langsam
So langsam gewöhne ich mich an mein neues Arbeitsgerät, welches bis jetzt schon ordentlich unter meiner Fuchtel leiden durfte.
Leiden deshalb, weil ich wirklich von Grund auf neu fahren lerne, und eine von mir zuvor gewünschte Einweisung gänzlich ausgeblieben ist, und woher soll ich sattelzugspezifische Eigenarten wissen?
Zwar brauche ich für das rückwärts ans Tor setzen noch immer deutlich länger als die meisten meiner Kollegen, aber immerhin, ich komme dahin, wo ich hin will, wenn auch in ein, zwei, oder fünf Zügen mehr.
Das einzig nervige ist noch immer der ständige Aufliegertausch. Nervig deshalb, weil ich dadurch mehr am Sicherungsgerödel-Hin-und-Her-Schleppen bin als alles andere, denn obwohl man ja ständig die Auflieger tauscht, besteht ja zwischendurch immer die Möglichkeit, dass man mal Zeugs fahren und laden muss, was selbst in einem XL-zertifizierten Trailer gesichert werden muss.
Die Ministaufächer an den Trailern reichen dafür bei weitem nicht aus, und die Aussenstaufächer vom Pisspott sind dafür relativ unpraktisch, da man bei bedarf dann für jedes einzelne Teil nur noch am Laufen ist, mal davon abgesehen, dass ich die letzten Teile nicht mehr herausbekomme, ohne mir das Genick zu verrenken.
Da auch das Trittblech hinter dem Fahrerhaus bei dem Pisspott gänzlich ungeeignet ist, um dort Sicherungsmaterial unterzubringen, steht das Zeugs meist in Kisten auf der Ladefläche, denn die Palettenkästen sind entweder durch hirnrissige Kundenausfahrten unbrauchbar gemacht worden, oder schlichtweg voll mit irgendwelchen mistigen Schrottpaletten.
Auch mein “Schutzblechproblem” hat sich noch nicht gelöst – hierfür werde ich mir wohl mal entweder schwarze Sattelplane, oder schwarzen PVC-Belag organisieren, aus welchem ich dann zusammenrollbare Spritzschutzlappen basteln kann, wie man sie früher auch sehr häufig beim Mercedes SK dran hatte, um die Schutzbleche dann endgültig in den Keller zu werfen. Hat hier jemand brauchbare Tips?
Unterm Strich kann ich wohl sagen, dass ich mit dieser Kombination so irgendwie zurecht komme, er mir aber trotzdem schräg herunter geht.
Mal eine kleine Anmerkung
Heute wurde mir Rufmord unterstellt.
Rufmord, weil ich über tatsächlich stattgefundene Dinge schreibe, welche die andere Seite nicht in einem guten Licht stehen lassen.
Dinge, welche meinen persönlichen Lebensraum unmittelbar betreffen, und mich in soziale und finanzielle Schwierigkeiten bringen. Dinge, die direkt auch unbeteiligte treffen, wie beispielsweise meine Familie. Kurzum Dinge, die ich nicht beeinflussen kann, die andere Seite aber schon.
1. Rufmord ist das UNTERSTELLEN von UNWAHREN Behauptungen über PERSONEN.
2. Artikel 5 Abs 2 ds Grundgesetzes besagt, dass ein jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung hat, die Schranken hierfür finden sich in allgemeinen Gesetzen, welche dem Schutze der Jugend und dem Recht der persönlichen Ehre dienen.
Beide Punkte treffen in keinster Weise zu!
Weder unterstelle ich, noch verbreite ich Lügen, und Personen greife ich namentlich auch keine an.
Aber mir dann sagen, dass es in diesem Lande Gesetze gibt…
Ja, die gibt, bitte erstmal selbst dran halten, dann klappt auch der Rest, und auf Drohungen mit Anwälten reagiere ich schon fast aus Reflex nur mit einem müden Lächeln, denn auch ein Anwalt kann nichts am Grundgesetz ändern, auch ein Anwalt ändert nichts an den geschehenen und belegbaren Tatsachen.
Wir sind alle Menschen, machen alle Fehler, und sollten auch mal die Größe zeigen, zu diesen Fehlern zu stehen und diese abzustellen – aber gleich wie ein Kirmesboxer um sich zu schlagen, macht das Geschehene weder besser, noch ungeschehen.
Aktion und Reaktion, wie im restlichen Leben auch. Klar ist der Artikel erstmal unschön, aber dennoch sollte er vielmehr dazu anregen, am eigenen Verhalten etwas zu ändern – ich bin mir jedenfalls in keinster Weise auch nur im Ansatz einer Schuld bewusst, und rechtlich ganz klar auf der sicheren Seite!
Da ich aber jedem grundsätzlich eine zweite Chance einräume (und mir ungerne die Wurst von der Stulle klauen lasse), zeige ich mal guten Willen – der betreffende Artikel ist vorerst für niemanden zugänglich.































