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Archiv für die Kategorie „Berufiges“

Pro und Contra Trailertausch

Seit neuestem sitze ich ja nun auf einem Sattelzug, da meine Firma sich den Wünschen des Auftraggebers angepasst hat und sämtliche Brückenzüge abgeschafft hat, leider.

Das jetztige Kerngeschäft liegt im Trailertransport eines großen Auftraggebers des Auftraggebers, ansich keine schlechte Sache.
Hierzu muss jedoch jedesmal der Trailer getauscht werden – leerer Trailer gegen beladenen Trailer, ähnlich wie bei den Wechselbrücken.
Die Zeiten für das Tauschen sind annähernd identisch, also schonmal kein Zeitvorteil.

Da die verwendeten Trailer Planenauflieger sind, welche nicht so hoch beladen werden können wie die Metallwechselbrücken, hat man also auch keinen Last-/Volumenvorteil im Vergleich zur Wechselbrücke.

Weiterer Nachteil ist, dass man täglich ein anderes Fahrzeug zieht, und der Zustand jedesmal stark variiert, denn jeder Fahrer geht anders mit seinem Material um. Es ist also ein Pokerspiel, ob man einen technisch einwandfreien Auflieger bekommt, denn was ich morgens wieder abstelle, pflege ich ganz anders als etwas, was ich immer und ewig am LKW hängen habe (wie beispielsweise eine Lafette, an der aus eigenem Interesse immer alles funktioniert, da ich damit ständig arbeiten muss).

Der aus meiner Sicht größte Nachteil ist die Ladungssicherung.
Während ich als Fahrer mit einem festen Trailer selbst für die Ladungssicherung verantwortlich bin (und diese erfahrungsgemäß immer 200%ig ausführe), sind bei bereits vorbeladenen Trailern die Verlader für die Sicherung verantwortlich, was erfahrungsgemäß meist nur 50-80%ig ist, da dort das eigene Interesse fehlt (nämlich heil, sicher und punkte-/bussgeldfrei am Ziel anzukommen).

ICH schmeisse lieber 5 Gurte zuviel über meine Ladung – als Verlader sieht man die Ladungssicherung als etwas nerviges, und verzichtet gerne mal auf den einen oder anderen Gurt.
Ich als Fahrer sichere nicht nur aus der Sicht, dass die Ladung unbeschadet bleibt, sondern auch verkehrstechnisch sicher stehen bleibt, und das dürfte wohl der größte Unterschied zwischen Verlader und Fahrer sein.
Genau wie Lastverteilung – Verlader fangen an der Stirnwand an, und hören am Hecktor auf – ich achte jedoch auf die Achs- Ladeflächenlasten, denn ich muss das Dingen ja später auch fahren – all das sind Dinge, die ich als Fahrer nicht beeinflussen kann, wenn der Trailer bereits beladen zur Abholung bereit steht, mich bei einer Wechselbrücke bauartbedingt jedoch weniger stören als bei einem Trailer, denn eine WAB hat stabile Metallwände, ein Planensattel nicht.

Ich habe keine Ahnung, worin der Auftraggeber des Auftraggebers die Vorteile eines Sattelzuges sieht – aus meiner Sicht bringt so ein Sattel mehr Nachteile als Vorteile, denn weder rechtlich, noch zeitlich, und schon garnicht volumen- und lasttechnisch ist man mit einem Trailer im Vorteil im direkten Vergleich zu einer stabilen Metallwechselbrücke.

Wenn schon Sattelzug, dann mit einem festen Trailer, denn im Ernstfall interessiert es in der Öffentlichkeit keine Sau, ob der Trailer bereits beladen war oder nicht – da geht dann nur das Bild der zerquetschten Kleinfamilie durch die Medien, und der Vorwurf, dass der LKW-Fahrer doch die letzte und entscheidene Sicherungspflicht hat, und logischerweise auch Schuld an der sich verteilenden Ladung hat!

Von dem reinen Fahrkomfort und der Verkehrs-/Betriebssicherheit eines Gliederzuges, und auch der Sauberkeit am Arbeitsplatz rede ich erst garnicht. ;)

Wenn die Logik aussetzt … dann wird´s logistisch

In der heutigen Zeit muss man sich zu einem gewissen Grad an sein Umfeld anpassen, sei es privat, oder auch beruflich.
Es sei denn, man steht auf Stress und Zoff, und das Umfeld geht einem direkt am Allerwertesten vorbei.

Wer sich für die zweite Variante entscheidet, sollte ein gesundes “LeckmichamArsch”-Gefühl haben, denn auf Dauer macht man sich damit keine Freunde (da sollte meine Firma mittlerweile ein Lied von singen können). Dieses LMAA-Gefühl ist in meiner Firma extrem ausgeprägt – sei es von Seiten des Büros, oder auch (notgedrungen) seitens der Fahrer.

Seit einigen Tagen sitze ich nun auf einem Sattelzug, und bis heute habe ich noch den Trailer dran, welchen ich auch abgeholt habe, und das ist auch ganz gut so. Ja, klar, die bisher transportierten Güter waren gewichts- und ladungssicherungstechnisch etwas anspruchsvoller, aber damit habe ich kein Problem. Ladungssicherung, wenn SELBST gemacht, rettet mir und meinem Umfeld im Ernstfall das Leben – von daher kraxele ich gerne quer über 25 Tonnen Spanplatten, um diese zu zurren.

Da 15 lumpige Gurte und 30 (noch lumpigere) Plastekantenschoner hierfür allerdings nicht ausreichen, habe ich mir noch eigene Gurte, Kantenschoner und Antirutschmatten ins Auto geworfen, um auch wirklich sicher sichern zu können, und da das alles auch eine Menge Platz in Anspruch nimmt, gehen für das ganze Zeugs nun eine große Blechkiste und zwei Plastekisten drauf, welche unmöglich in so ein popeliges Möchtegernstaufach einer Sattelzugmaschine passen. Warum auch – gesichert wird auf der Ladefläche, und nicht in der Sattelzugmaschine (auch wenn es dort mindestens ebenso angebracht wäre – Fahrkomfort ist bei einer SZM echt ein Fremdwort), und dementsprechend befinden sich die Kisten auf der Ladefläche. Da diese ein höllisches Gewicht haben (Ladungssicherungsmaterial wiegt enorm), bleiben sie auch dort, genau wie die Kotflügel der Antriebsachse, welche demontiert werden müssen, wenn man aufsattelt.

Nun soll ich heute in den Smörebröd-Trailer-Tausch-Scheiss eingebracht werden, also Trailer leerräumen und eine andere beladene Ranzhöhle aufnehmen – aber wohin nun mit dem ganzen Sicherungszeugs? Eine telefonische Nachfrage bei den achso kompetenten (logistikfremden) Büromenschen brachte keinen Erfolg, da die vermutlich noch nichteinmal wissen, wie schwer dieses Gelump ist, und wie groß LKW-Schutzbleche überhaupt sind – als Antwort kam nur “ins Auto”. Ja klar, ich schmeisse mir die Hütte mit dreckigem und stinkendem Zeugs zu, nur damit die auch weiterhin ihren geistigen Unfug treiben können – so sehe ich aus! Mal davon abgesehen, dass ich mir mit Sicherheit NICHT das Kreuz verrenken werde bei dem Versuch, eine knapp 100kg schwere Blechkiste auf 2m Höhe zu wuchten.

Naja, also am WE erstmal eine alte Sackkarre kaufen, auf welcher die Kisten dann festgenagelt werden, die man dann mit Gurten unter den Trailer zurren kann, denn Palettenkästen sind hier wohl Fremdwörter, und eine logische Lösung seitens der Firma wird es wohl auch in hundert Jahren nicht geben …

Spickzettel

Bitte die beiden Bilder NICHT so ernst nehmen! ;)

Ich ziehe um!

Wohin? Egal, Hauptsache das Atomkraftwerk in der direkten Nachbarschaft strahlt so richtig dolle, damit mir noch 10 Arme und Hände wachsen!

Jetzt weiss ich zumindest, wofür ich 15 Spanngurte bekommen habe – allerdings habe ich die Zugösen noch nicht entdecken können, um im Fahrerhaus alles an seinem Platz fixieren zu können!
Ganz ehrlich, ich komme mir gerade vor wie so ein Wackeldackel auf Speed. Ist ja unglaublich, wie man in der SZM durchgeschüttelt wird – da dürfte im Normalfall kein Pole der Welt bei einpennen können, selbst nach einer 3fach-Schicht ohne Pause.

Jede Bodenwelle, jedes Schlagloch und jede Unebenheit werden nahezu ungefiltert 1:1 an die Kabine weitergeleitet – da lobe ich mir den dann doch um einiges größeren Radstand bei einem Gliederzug, und der daraus resultierende Fahrkomfort. Ich bin heute mindestens um 15 Jahre  gealtert, zumindest, wenn ich meinem Rücken und meinem Nacken glauben darf.

Jetzt weiss ich auch, woher der Begriff Kutscher kommt … so müssen sich im Jahre 1500-schiessmichtot die Pferdekutscher gefühlt haben, wenn sie über die Prärie gepflügt sind.

Wenn ich mir vorstelle, dass es die Teile auch noch als Lowliner gibt … da müsste jeder Chef der Welt ja schon eine monatliche Vorausrente zusätzlich zahlen, da man das Rentenalter garnicht erreicht!

Tag 2 auf Sattel: Der Sattelzug und ich werden definitiv keine Freunde!

Ich habe keine Ahnung, …

… was die meisten der Berufskraftfahrer an einem Sattelzug so toll finden!

Die erste 300km-Solofahrt nach Saarlouis war schon recht “interessant” – ja klar, die 440 PS zotteln ordentlich am Rahmen, aber der Blick in den Aussenspiegel war jedesmal erschreckend, “scheisse, der Anhänger!!!”, um dann kurz danach die Einsicht zu kriegen, dass ich da so schnell keinen Anhänger mehr zu Gesicht kriegen werde.

Die nun große Hütte hat im direkten Vergleich zu meinem vorherigen Brückenzug nur einen Vorteil:
ICH KANN ENDLICH AUFRECHT STEHEN! :D

Die zusätzlichen Staufächer hingegen werden durch das zusätzliche Sicherungsmaterial gefressen, unterm Strich habe ich für mich nun noch weniger Stauraum, als in der kleinen Hundehütte zuvor, denn da konnte ich wenigstens am Rahmen meine Staukiste anbringen, was bei diesem Sattel nun nicht mehr geht. Aus diesem Grunde ist meine schöne Kiste nun auch vorhin dem Metallschrott zum Opfer gefallen, denn so keimig die von aussen war, hatte sie von anfang an keine Chance, den Innenraum des Fahrerhauses kennenzulernen, und am Trailer selbst befindet sich weder eine Staukiste, noch sonstig eine Möglichkeit für die Kiste.

Kurz vor der Abfahrt bei Mercedes fragte ich, ob diese hinteren Schmutzfänger drauf bleiben sollen, oder runter müssen – “besser drauf lassen” war die Antwort. Dementsprechend sattelte ich vorhin dann mit diesen Schutzblechen auf, was zur Folge hatte, dass eines sich gleich zwischen Rad und Trailer verkantete – nun sind sie ab, und ich habe keinen Plan, wo ich die Teile hinschmeissen soll. :???:

Der Trailer selbst sieht noch relativ vernünftig aus, aber was er genau kann oder auch nicht kann … keinen Plan, und davon jede Menge. :lol:

Die Fahrt vom Trailer-Verleih bis zum Parkplatz (5km) war dann das bisherige absolute Highlight meines heutigen Tages! Ein Kreisverkehr, zweimal scharf abbiegen, und dann rückwärts auf dem Parkplatz einparken – ich bin nass geschwitzt!
Nicht nur, dass der Platzbedarf des Sattels schlichtweg phänomenal gigantisch ist, nein, auch der Nachlauf ist mindestens ebenso.
Das Einparken war dann erwartungsgemäß volksbelustigend … es fehlt der zweite Knickpunkt, und auch das drastische Hin- und Herwedeln mit der Sattelzugmaschine bringt mich extrem aus der Ruhe, mal davon abgesehen, dass ich grundsätzlich in die falsche Richtung gelenkt habe. :roll:

Und jetzt plane ich gerade mit meinem nicht europafähigen Navi, veralterten Googlekarten und Telefonhinweisen aus der Dispo meine Tour nach Luxemburg … :???:

ICH WILL MEINE BÜCHSEN ZURÜCK HABEN!!! *verzweifelt-iss*

Keine Antwort ist auch eine!

Die letzte Tour war ja mal wieder der absolute Bringer – die Liker auf meiner Facebookseite haben das ja mitgekriegt, dass meine Firma der Meinung war, mir mein Wochenende wieder versauen zu müssen.

SMS aus Firma: “tournr xxx abfahrt 20.44uhr mit zwei leeren brücken nach xxx erfurt ankunft 22.59uhr abfahrt 23.59uhr mit zwei vollen brücken nach xxx bielefeld ankunft 6.15uhr abfahrt 7.15uhr mit zwei leeren brücken nach hause”

Da war bereits klar, dass das alles nicht mehr klappen kann – 910km sind in einer Schicht nicht zu machen!

SMS an Firma: “Warum macht ihr nicht einfach die Kündigung fertig, wenn ihr mich loswerden wollt??? ”
Keinerlei Reaktion seitens der Firma.

SMS an Firma: “EF an 2150, ab 2225″ und dann noch “BI an 0330. Und bei der nächsten HEIMtour, die mir mein Wochenende versaut, könnt Ihr mich mal da, wo nie die Sonne scheint, dann gehts straightway nach Hause! Euch brennt ja wohl der Helm!”

Um halb neun kam ich erst von Bielefeld wieder los, als dann doch schon folgende SMS eintrudelte, nachdem ich die letzte kurz nach der Ankunft in Bielefeld geschickt hatte: “Gewöhne dir mal nen anderen ton an. Das du teilweise erst mittwochs raus fährst vergisst du natürlich ganz schnell wieder was? Aber ich kann dich beruhigen es wird nur noch nächste woche brücke gefahren. Danach geht alles auf sattelzüge”

Den Satz mit den Sattelzügen ignorierte ich für mich erstmal, um nicht gleich einen Herzinfarkt zu kriegen, und reagierte nur auf den Rest: “Nee xxx, bei der ganzen Scheisse, die Ihr seit Wochen verbockt, ist das noch viel zu harmlos! Ihr scheint zu vergessen, dass hier Menschen auf den LKW sitzen, und keine Vollidioten, mit denen man alles machen kann, wie es einem in den Kram passt! Und dass Ihr mich bis Mittwoch ohne Info stehen lasst, ist doch wohl nicht mein Problem! Leben und Leben lassen – kommt Ihr mir entgegen, komme ich Euch entgegen. Spuckt Ihr mir vor die Füße, spucke ich Euch vor die Füße, ganz einfach. Ich habe schon wieviel male gesagt, dass das WE mir ist, die einzige Zeit ist, um diese mit meiner Familie zu verbringen? Also komm mir nicht so!”

Danach machte ich das Telefon aus und fuhr die Strecke zu Ende – Sonntag abend um 22:45 Uhr konnte auch ich dann endlich sagen “Wochenende”, und zwar zuhause, obwohl mich das Sonntagsfahrverbot ja ausgebremst hatte … 20km vor der Haustür. Ich schickte noch schnell meine Meldung per eMail heraus, aber das Telefon bleib bis heute mittag aus.

Dann hielt es meine Neugier einfach nicht mehr aus, ich rechnete fest mit einer weiteren Antwort-SMS – aber Pustekuchen, nixe, narda, nüscht!

Und nun ist es erneut Dienstag abend, ohne dass eine Tour gekommen ist. Man hat den ganzen Abend wie auf heissen Kohlen gesessen, denn es könnte ja jeden Moment eine Tour kommen, und dann wäre Action angesagt.
Und Ende dieser Woche darf ich mir dann vermutlich wieder anhören, wie toll ich es doch habe, und dass ich schließlich bis Mittwoch zuhause war … eine hammergeile Firma mit super sozial eingestellten Disponenten! :???:

Sonntags-Checkliste

So, 40 Minuten (~20km) vor der eigenen Haustür also dann doch der Stillstand auf einem Autobahnrastplatz, um nicht gegen das Sonntagsfahrverbot zu verstoßen, welches ja bekanntermaßen hierzulande bereits nach 2 Minuten erbarmungslos geahndet wird.
Da ich LKW fahre, um Geld zu verdienen, und nicht, um es irgendwelchen nichtsnutzigen Bullen in den Arsch zu schieben, die sich obendrein noch tierisch einen keulen, wenn sie mal wieder so einen gemeingefährlichen LKW-Fahrer erwischt haben, ist die logische Konsequenz die, dass ich kurz vor Mitternacht stehen bleibe.
Also eine kurze Checkliste für den Sonntag im LKW:

  • Internetempfang: ~check
  • Kühlschrank gefüllt: ~check
  • Zigaretten in ausreichender Menge: ~check
  • Frustsuff: ~check
  • TV-Empfang: 55 TV- und 6 Radioprogramme, ~check
  • Pornos: ~check

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Koch und was williges weibliches … :D

PS: Nicht alles hier geschriebene für bare Münze nehmen. ;-)

HOYER-Tankstellen-Verzeichnis

Seit geraumer Zeit ist meine Firma Kunde bei Hoyer, und als “Leitfaden” bekam ich lediglich die ausgedruckte Tankstellenliste in die Hand gedrückt, wie sie auf der Homepage zu finden ist. Mit dieser kann man unterwegs kaum etwas anfangen, und auch die Übersichtskarte auf der Homepage von HOYER ist nur bedingt brauchbar, denn nicht immer hat man vollen UMTS-/HSDPA-Empfang, um die zahlreichen Grafiken geladen zu bekommen.

Allerdings bietet HOYER auch eine gedrucktes Tankstellenverzeichnis an, welches man sich hier kostenlos bestellen kann, ob nun einzeln als Fahrer, oder aber in großer Auflage als Kunde. Entgegen der Angabe, dass es sich um die Ausgabe 2010 handelt, erhält man die aktuellste Ausgabe “März 2012″.

Mit dieser ist nun auch das stressfreie Finden einer Tankstelle auf der zu fahrenden Route möglich, und ich kann nur jedem Kollegen empfehlen, sich dieses Exemplar auch zu bestellen, wenn er denn bei HOYER tanken muss.

Liebes Hoyer-Team, die Homepage ist äußerst ausführlich. Das finde ich gut.
Aber: die Ladezeiten für die zahlreichen Grafiken sind suboptimal, und auch die Übersichtskarte könnte mehr Informationen enthalten (wie Ortsnamen von größeren Städten, Autobahnbezeichnungen etc).
Auch wäre eine downloadbare Version vom Tankstellenverzeichnis zu begrüßen, oder aber eine POI für die gängigsten Navigationsgeräte. ;)

Ein paar feste Größen im Leben …

… sollte es schon geben!
Eine dieser festen Größen ist Sicherheit des Arbeitsplatzes. Also nicht die Sicherheit AM Arbeitsplatz, sondern die Sicherheit, dass man auch nächsten Monat noch seinen Lohn bekommt, auch nächsten Monat noch alles im Lot ist, man auch nächsten Monat mit festen Werten rechnen kann, denn nichts ist auf Dauer stressiger als Ungewissheit, ob und was nächsten Monat sein wird.

Diese Sicherheit habe ich derzeit nicht, ganz im Gegenteil, man wird von seiner Firma vollkommen im Dunkeln gelassen, was nun ist und/oder sein wird.

Diese Woche habe ich von einem Arbeitskollegen zu hören bekommen, dass ich einer von 4 verbliebenden Brückenzugfahrern bin – der Rest wurde bereits vom Auftraggeber abgezogen.
Da ich den Kollegen, mit welchem ich zusammen vor einen halben Jahr in der Firma angefangen habe, telefonisch nicht mehr erreichen kann, gehe ich mal davon aus, dass dieser bereits das Handtuch geschmissen hat.

Auch wurde ein Datum genannt, an welchem wohl auch der letzte Brückenzug vom Auftraggeber abgezogen wird – ab diesem Datum gibt es dann ausschließlich nur noch Sattelzüge, und die Anfrage, ob ich Sattel fahren kann/will, habe ich ja bereits erhalten.
Will ich das? Ein ganz klares nein, denn ich bin Drehkranzfahrer durch und durch, egal ob mit zwei oder drei Achsen – darauf habe ich das Fahren gelernt, ich kenne die Vorzüge und weiss sie auch für mich zu nutzen. Beim Sattel allerdings stelle ich mich an wie der erste Mensch.

Ich hasse es, wenn ich mehr oder weniger blind rückwärts ans Tor setzen muss, so wie es beim Sattel der Fall ist.
Dann der fehlende Knickpunkt, das enorme Ausscheren des Aufliegers, die unsichere Fahrstabilität im Winter, der enorme Platzbedarf beim Wenden … all das mag ich an einem Sattel so garnicht.

Was passiert also, wenn die Aufforderung kommt, zur Firma zu kommen, und diese Aufforderung wird kommen?
Die Probezeit ist abgelaufen, eine Kündigung habe ich bisher nicht erhalten, und wenn das Gerücht stimmt, dass alle Brückenzüge abgeschafft werden, wird wohl demnächst ein Fahrzeugtausch anstehen.
Sattel … SATTEL!!! Ich und Sattel – zwei Welten treffen aufeinander!

Nicht nur meine (kopfbedingte) Unfähigkeit, mit diesem klar zu kommen – nein, auch meine Meinung über dieses Konzept lassen in mir Panik an der Vorstellung aufkommen, ein solches gehasstes Objekt steuern zu müssen!

Steige ich also auf einen Sattel? Notgedrungen werde ich wohl keine andere Wahl haben. Aber werde ich auch auf dem Sattel bleiben? Mit absoluter Sicherheit NICHT!

Sattel ist für mich vergleichbar mit dem Zwang, einen VW Golf fahren zu müssen – nichts geht mir mehr gegen den Strich!

Sicherheit ist schon was feines … :???:

Wider Willen

Die Mail an meine Firma war lang, sehr lang sogar, und sie beinhaltete auch keine Spur vom Kompromissbereitschaft, im Gegenteil, sie war ein wahres Feuerwerk von Angriffen auf das Verhalten der Firma der letzten Tage, Wochen und Monate.

Da in der Firma derzeit echt ALLES daneben läuft, und ich mich schon seit einiger Zeit frage, warum ich mir diesen nervenaufreibenden Scheiss überhaupt noch antue, habe ich auch kein Blatt mehr vor den Mund genommen bei der Art und Weise, wie ich die einzelnen Punkte persönlich betrachte, denn was könnte jetzt noch großartig schlimmer werden? Eine Kündigung wäre das beste gewesen, was mir hätte passieren können!

So habe ich mir in der Mail kraft eigener Suppe mal erdreistet, ein paar Regeln aufzustellen, nach welchen ab sofort gefahren wird, wie beispielsweise ausschließlich nur noch maximal 9h (ohne Verlängerung auf 10h), frühestens nach 11h Pause (ohne Verkürzung auf 9h), und selbstverständlich nur noch 80km/h auf Autobahnen und 60km/h ausserorts.

Auch habe ich unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass das Bittstellerschreiben vom “Chef”, zukünftig alle 2 Wochen über das WE draussen bleiben zu müssen, lediglich ein Wunschtraum der Firma bleiben wird, und dass ich ab sofort für den Auftraggeber telefonisch nicht mehr erreichbar bin, denn ich habe unterwegs schon genug Stress an den Hacken, und da muss ich mir durch Tourenüberwachung und Co nicht auch noch dämlich kommen lassen (hallo Herr Clemes!).

Es waren noch ein paar Punkte mehr, die nicht gerade freundlich formuliert waren, und so rechnete ich eigentlich fest mit einer “betriebsbedingten” Kündigung – aber Pustekuchen, es kam kommentarlos eine neue Tour per SMS.

Scheiss Pflichtbewusstsein! Also startete ich gestern mit einem megadicken Hals die neue Tour, und hielt mich wider Willen an meine Ankündigung, fortan nur noch 80 km/h zu fahren – selbstverständlich konnte ich nicht eine vorgegebene Zeit einhalten, denn die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in der Firma wohl bei 80km/h (oder sogar noch darüber), und ich muss ja mal sagen, dass mich diese Geschwindigkeit extrem nervt!

Nichts ist schlimmer, als eine Tour voll bewusst langsamer zu fahren, als man könnte, und auch die Geschwindigkeit selbst ist extrem ermüdend, da wirklich nichts aufsehenerregendes mehr passiert – selbst Tanklastzüge rollen problemlos an einem vorbei.
Kritisch sind nur die Landstraßen, auf denen man mit 60km/h eine rollende Wand darstellt – die deutschen sind echt zu blöde zum Überholen! Fahren erst so dicht auf das Heck auf, dass sie schon die nächste SP-Fälligkeit ablesen können, und wundern sich dann, dass sie mit ihren 45PS-Gehhilfen nicht vorbei kommen – ein normaler Mensch würde den Sicherheitsabstand hinter dem LKW einhalten, und diesen dann beim Überholen zum Beschleunigen nutzen – ein deutscher Mensch hingegen schert aus, rührt dann (evtl.) in seinem Getriebe herum, nachdem (und falls) die Einsicht kam, dass der 5. Gang bei 60km/h dann irgendwie doch zu wenig Drehzahlen bietet, und Gegenverkehr interessiert dann schon garnicht mehr. Da ich absolut keine Lust verspüre, für solche Opfer im Anschluss erste Hilfe zu leisten, haue ich dann meist in die Eisen, damit diese Kleinwagen- und Ökofraktion dann doch noch vorbei kommt, ohne dem Gegenverkehr mechanisch die Lampen auszuschalten.

Nunja, nun bin ich also unter Selbstkastration unterwegs, in der Hoffnung, dass die Kündigung doch noch ausgesprochen wird, oder aber die Firma erkennt, dass sie sich mit einem solchen asozialen Verhalten nur ins eigene Knie schiesst, wobei ich bei letzterem nicht ernsthaft davon ausgehe, dass diese Einsicht jemals eintreten wird.

Und an alle Gutmenschen hier: es ist ein Irrglaube, dass es nur wenige und vereinzelte Firmen sind, die sich so asozial verhalten! Vielmehr ist es eine Seltenheit geworden, eine Firma zu finden, welche trotz aller marktwirtschaftlichen Hürden noch human agiert und obendrein angemessen entlohnt!