Wenn Polizisten Meinungen haben …
Gestern war Verhandlung vor dem Amtsgericht Tostedt.
Der Vorwurf lautete “Überholen im LKW-Überholverbot”, und geschehen ist das ganze irgendwann Anfang letzten Jahres.
Es war die A1 von Hamburg in Richtung Bremen, ca. 15km hinter dem Dreieck Seevetal, da, wo seinerzeit die ganzen Baustellen waren.
Ich fuhr mit dem LKW in einer Kolonne auf der rechten Spur, ganz vorne ein PKW, der zwischen 50 und 70 km/h hin und her pegelte, was auf die Länge des damaligen LKW-Überholverbotes echter Stress ist.
Am Ende einer dieser Baustellen kam dann wieder ein 3spuriges Teilstück, jedoch auch mit LKW-Überholverbot, und ich redete mich mit dem LKW hinter mir über CB-Funk ab, dass ich auf die mittlere Spur hinausziehe, und direkt danach wieder rechts einscheere, um sehen zu können, was vorne los ist, und um abzuwägen, ob ich nicht erstmal eine 15-Minuten-Pause auf dem nächsten kommenden Parkplatz einlege, bis diese Flachzange da vorne weit genug weg ist. Gesagt getan, ich zog raus.
Ich erkannte 3 LKW vor mir einen alten Mercedes Benz W124. Dieser war offensichtlich dann der Meinung, dass ihn im Überholverbot ein LKW überholen will, und das geht ja mal garnicht, und er gab Gas. Die 3 LKW dahinter ebenso, und auch der schräg rechts hinter mir fahrende LKW zog an. Ich also auch, um wieder in die Lücke zu kommen, aus welcher ich ausgescheert war. In diesem Moment setze sich ein Streifenwagen der Autobahnpolizei Sittensen vor meinen LKW, und bremste mich auf 70 runter, um sodann hinter dem vormals hinter mir fahrenden LKW rechts einzuscheeren, ich hinterher.
Auf dem Parkplatz kam dann die übliche Belehrung, der Tatvorwurf, und das meinige “jaja, ist doch egal, was ich hier jetzt sage”, was als “hat den Tatvorwurf zugegeben” gewertet wurde.
Der Bußgeldbescheid kam (70,- € und ein Punkt), und ich legte Widerspruch ein.
Gestern dann die Verhandlung dazu.
Die erste Aussage des Polizisten war, dass er sich eigentlich an nichts mehr erinnern kann, und man doch bitte das damalige Protokoll des Polizisten als Grundlage nehmen möchte. Eigentlich ein sehr wichtiger Satz!
Das Protokoll enthielt aber keine genauere Schilderung der Sachlage, sondern nur den Vorwurf, und somit konnte der Polizist keine Angaben dazu machen, was den äußerst jungen Richter am Amtsgericht Tostedt aber nicht davon abhielt, dem Polizisten indirekt Worte in den Mund zu legen, bis dieser dann irgendwann nur noch Sätze von sich gab wie “Ich denke mal …”, oder “Meiner Meinung nach…” etc pp.
Mein Einwand, dass das alles ja nur persönliche Interpretationen seien, welche keine Rechtskraft besitzen, nahm der Richter zwar hin, aber offensichtlich hätte ich auch sagen können, dass draussen die Sonne scheint und die Vögel vögeln – es fand nicht wirklich Gehör.
Am Ende wurde mir dann unterstellt, dass ich lediglich Schutzbehauptungen aufstelle, und dass den Ausführungen des PK der Autobahnpolizei Sittensen ja uneingeschränkt Glaube zu schenken sei, diese sehr glaubwürdig seien, und das Bußgeld mitsamt Punkten und Verfahrenskosten rechtens sind.
Zack! Abgewatscht! Meine Familie, die mich besser kennt als irgendwer anders sonst, kam aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus, und der Polizist trat im Eilspurt die Flucht an – offensichtlich hatte er kein Bedürfnis, meine Fragen an ihn zu beantworten, die ich zweifelsohne in diesem Moment hatte!
Verdonnert aufgrund von MEINUNGEN für etwas, was TATSÄCHLICH NIE begangen wurde – das ist unser Rechtsstaat live! Wann gibt es endlich für solche Fälle Gerichte, die sich AUSSCHLIEßLICH mit FACHKOMPETENTEM Personal nur für Fragen im Bezug auf LKW beschäftigen??? Sprich, der Richter MUSS in irgendeiner Art und Weise mit dem LKW was zu tun haben bzw. gehabt haben!
Kann doch nicht sein, dass persönliche Abneigungen gegen LKW und Meinungen von Polizisten und PKW-Fahrern dazu führen, dass man unschuldig verdonnert wird!!!!!!! SCHEISS STAAT!
Ist doch immer die gleiche Scheiße!!!
Ich sitze noch immer zuhause.
Nicht, weil ich Urlaub habe, gekündigt habe, oder es keinen Einsatz für mich gibt.
Nein, wie so häufig in dem Gewerbe, warte ich mal wieder auf meinen Lohn.
Aber von anfang an. Bei den Gesprächen zur Einstellung wurde unter anderem auch der Lohn ausgemacht, und da keine aussergewöhnlich späte Zahlung angesprochen wurde, ging ich -wie branchenüblich- vom Anfang des Monats aus.
Der Arbeitsvertrag kam erst später, und meine Frau verkündete mir ganz aufgeregt während meiner Tour am Telefon, dass als Zahltag der 20. des Folgemonats “ausgemacht” sei.
Der 20.? Schön, dass ich das auch schon erfahre, und noch schöner, dass man da mal VOR DER EINSTELLUNG drüber gesprochen hat, denn dem hätte ich keinesfalls zugestimmt!
Aber egal, die Fahrkosten für das Probearbeiten im November sollten UNVERZÜGLICH gezahlt werden – im Arbeitsvertrag stand nun, dass diese Unkosten mit dem ersten Lohn, also im Januar, erstattet werden!
Da so eine sofortige Arbeitsaufnahme 430km von zuhause entfernt auch immer mit immensen Kosten verbunden ist, wurde das Geld natürlich schnell weniger – auf zudringliches Drängen wurden diese Unkosten dann doch “schon” anfang Januar beglichen, allerdings als “Vorschuss Lohn”, was mich aber erstmal nicht weiter störte – Hauptsache, man konnte was zu Futtern kaufen!
Der 20. diesen Monats war ein Sonntag, und laut einschlägiger Rechtssprechung muss der Lohn dann am letzten Werktag davor zur Verfügung stehen.
Mein Anruf am Freitag zwecks Lohn brachte dann die Aussage, dass alle Löhne am Donnerstag angewiesen wurden – ergo hätte er spätestens heute da sein müssen … ist er aber nicht!
Allerdings war die Abrechnung schon da, und die Unkosten aus dem November haben die mir doch tatsächlich als Lohnvorschuss vom Dezemberlohn abgezogen!
Und die einzige Sorge meiner Firma ist nun, ob ich morgen pünktlich auf den LKW steige … unglaublich sowas!!!
Hier sitzt eine ganze Familie und kaut Fingernägel, und die traut sich allen Ernstes mich zu bitten, morgen doch bitte auf den LKW zu steigen!!! Naja, schauen wir mal, ne?!
Ich gehe morgen früh erstmal zum Arbeitsamt und lasse mir berufliche Alternativen bieten, denn ich habe keinen Bock mehr auf diese WICHSE! Nichts ist unehrlicher und verlogener, als die deutsche Speditionslandschaft! Und je nachdem, was da dann herauskommt, entscheide ich, ob ich nochmal einen LKW für ein paar Tage einräume (immer den Eingang der paar Penunsen vorausgesetzt).
Fakt ist, meine Tage als Leiharbeiter sind gezählt, denn wer mich so massiv verarscht, belügt und betrügt, braucht auf meine Zusammenarbeit nicht hoffen, sondern kann froh sein, wenn ich ihm nicht die Bude einreisse!
Ist doch immer die gleiche Scheiße in/mit diesem Beruf …
Eurologistic-24 GmbH Westerstede / Uplengen
16 IN 55/12 : In dem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Eurologistic – 24 GmbH, Am Esch 23, 26655 Westerstede (AG Oldenburg, HRB 204854), vertr. d.: Dennis Grunwald, Am Esch 23, 26655 Westerstede, (Geschäftsführer) ist am 16.01.2013 um 13:50 Uhr die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Schuldnerin angeordnet worden. Verfügungen der Schuldnerin sind nur mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Bernhard Schüring, Eichenstraße 77a, 26131 Oldenburg, Tel.: 0441 3618450, Fax: 0441 36184520 bestellt worden.
Amtsgericht Oldenburg, 16.01.2013
Und wie mir mitgeteilt wurde, geht das Fahrerverarschen unter neuem Namen, neuem Geschäftsführer (und altem Hintermann) froh und munter weiter!
Zukunftsstudie Berufskraftfahrer
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Miese Entscheidung
Erstmal ein Lebenszeichen von mir für die Leser, welche meiner Facebookseite nicht folgen.
Seit einiger Zeit bin ich ja nun in einer Personalleasingbude beschäftigt, warum auch nicht, das Gewerbe least sich heute ja auch einen ganzen Fuhrpark. ![]()
Argumente waren unter anderem die ausgepriesenen Arbeitsbedingungen und meine Schwäche für sympathische Frauen Gutgläubigkeit, denn die Dame am Telefon klang recht überzeugend mit/in Ihren Ansichten.
Lohntechnisch konnte man sich zwar auf einen halbwegs akzeptablen Bereich einigen, nur kommen tut da irgendwie nicht das, was ausgemacht war.
Auch ist die Wahl der Firmen, in welcher ich eingesetzt werde, unter aller Kanone. Man braucht schon ein dickes Fell, um nicht gleich in der ersten Woche Amok zu laufen und den Auftraggebern die Hütte einzureissen.
Aussagen wie “von einem Leiharbeiter erwarte ich, dass er montags mit voller Lenk-, Arbeits- und Schichtzeit auf den LKW steigt” sind dabei noch das harmloseste, was man sich so anhören darf.
Auch das ständige Tauschen der LKW und das damit verbundene Hin- und Herräumen der eigenen Ausrüstung geht einem nach relativ kurzer Zeit gehörig gegen den Strich.
Wenn dann noch die Stammfahrer der LKW sich in den Urlaub verabschieden, ohne auch nur ein Teil aus den LKW zu räumen, und selbst die Betten dann nicht nutzbar sind, schlägt das mehr als erwünscht auf die Laune, und das Arbeiten mutiert zum Krampf mit sich selbst. “Hauste die Scheisse wieder hin? Ist ja nur ne Woche!” und ähnliche Gedanken begleiten einem die ganze Arbeitswoche hindurch. Da nutzt es dann auch nichts, wenn der Auftraggeber von einem voll und ganz begeistert ist und einen abwerben möchte – nach solchen Erfahrungen hat man eigentlich keine besondere Lust mehr, für diese Auftraggeber noch weiter zu machen, auch wenn das finanzielle Argument gewichtig ist. Dagen spricht dennoch, jeden Tag das maximal mögliche Fahren zu müssen, ohne Rücksicht auf Arbeitszeitgesetze und Doppelwochen, und das auf Gerät, welches nur notdürftig am Laufen gehalten wird!
Für nächste Woche war für mich ein Einsatz auf einem Kühlsattel geplant, bereits vorgeladen, und in meiner Bewerbung hatte ich bereits erwähnt, dass ich lediglich Erfahrungen auf einem Kühlsolofahrzeug habe.
Ich hätte den Sattelzug ohne Einweisung in die Technik mitten in der Nacht übernehmen müssen, aber zum Glück hat sich meine Firma selbst ein Bein gestellt und es mir unmöglich gemacht, rechtzeitig auf den Sattelzug aufsteigen zu können.
Heute kam dann der nächste Hammer. Nächste Woche neuer Einsatz in einer Firma, in welcher ich mal beschäftigt war, und welche mit mir und meiner Einstellung zum Thema Meinungsfreiheit seinerzeit ein Problem hatte – auch dieses habe ich vor der Einstellung bereits erwähnt gehabt, auch, dass man sich nicht gerade im Guten getrennt hat, und eine spätere erneute Bewerbung in der Firma ohne Antwort geblieben ist. Auf meine Nachfrage, ob das denn auch mit der Auftragsfirma abgeklärt sei, wurde mir versichert, dass der Geschäftsleiter kein Problem damit habe – wer es glaubt … !
Also stelle ich mich mal auf ein paar “lustige” Wochen ein, mit so ziemlich jeder Piesackerei.
Wenigstens ist die Distanz dieses mal nicht mehr so weit, und ich hoffe, dass die Auftragsfirma es die nächsten zwei Wochen nicht übertreibt mit Ihren Touren, denn die waren einst mit Grund dafür, dass man sich voneinander getrennt hat.
Unterm Strich bin ich von dieser Leiharbeit bereits voll und ganz bedient – es war eine der miesesten Entscheidungen meinerseits, mal diese Variante von Beschäftigung zu versuchen!
Leiharbeiter hinterm Steuer sind qualitativ zwar nicht die schlechteren, und ganz sicher auch nicht die arbeitsfauleren Arbeiter, aber definitiv fahren sie für Firmen, welche auf normalem Wege kein Fahrpersonal mehr finden, weil bei denen niemand mehr fahren will – das ist mir nun auch klar.
Mein Entschlus, der Branche dauerhaft den Rücken zu kehren, verstärkt sich mit jedem neuen Tag, an welchem ich fahre, ich Beiträge von Klatschblättern lese, ich mit PKW-Fahrern in Kontakt komme, ich auf meinen Gehaltszettel schaue, ich mir die Arbeitsbedingungen anschaue! Die deutsche Spedition ist tot – diese weiss es nur noch nicht!
Stellt Euch alle schonmal darauf ein, dass hier im eigenen Land irgendwann zwar deutsche LKW rollen, die Fahrer aber nur noch mit einem Dolmetscher ansprechbar sind, der die slawischen Sprachen drauf hat!
Hätte ich VOR meiner Ausbildung zum Berufskraftfahrer gewusst, was aus diesem einst tollen Job mal wird, hätte ich diesen Schritt NICHT gemacht! Verschenkte Zeit, verschenkte Mühe, und vollkommen umsonst aufgeriebene Nerven!
Zusagen sind ne feine Sache
…, wenn man sie denn auch einhält!
Erneut darf ich erfahren was es bedeutet, wenn Arbeitsaufnahmen unter falschen Voraussetzungen zustande kommen, und zuvor getätigte Zusagen nicht eingehalten werden.
Von Speditionen bin ich das ja mittlerweile gewohnt, aber von Personalbuden? Das ist mir neu!
Was ist los in diesem Land? Gibt es hier nur noch Verbrecher, Bescheisser, Abzocker und sonstiges schmieriges Fussvolk, welches moralisch die Lebensberechtigung schon längst verwirkt hat?
Lug, Betrug, und das in allen Schichten – ob der einfache Verkäufer, der Filialleiter, der Rechtsanwalt, oder ganze Ketten, anscheinend kommt heute auf ehrliche Art und Weise niemand mehr mit dem Arsch an die Wand!
Also erneut Jobsuche – mal schauen, was ich als nächstes an Lug und Trug zu hören kriege …
Android Apps für BKF
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Scheiss Tag!
Es ist Montag früh, 7 Uhr, der Wecker klingelt, die neue Arbeitswoche beginnt.
Man macht sich fertig, packt seine Prütteln, und bereitet sich auf die Fahrt zur Arbeitsstelle vor.
12 Uhr, alles erledigt, man sitzt im Auto auf dem Weg zur Arbeit und fährt los – was man nicht weiss: es soll eine echt nervenraubende Fahrt werden!
Von hinter Berlin bis Magdeburg sind es rund 180km – im Normalfall locker zu schaffen in 1,5 Stunden, WENN DA NICHT DIE IDIOTISCHE A2 WÄRE!
Komplettes Tempolimit auf 80 km/h bis zum Dreieck Königslutter, wo es dann endlich auf die A39 Richtung Kassel geht. Unterwegs nur die beiden Extreme:
- hirnbefreite Raser
- hirnbefreite “ich bremse auch für nichts”-Spasten
Die Bahn war sowas von versalzen, dass bei +1°C nicht im Traum daran zu denken war, dass hier auch nur ein Eiskristall eine Chance gehabt hätte, aber gut, das ist deutsch, lieber einen auf safe machen. :/
Nach 6 Stunden und gefühlten 20 Nervenzusammenbrüchen hatte ich die 430km dann endlich geschafft – mein LKW? Ja, der war noch auf Tour.
Ich: “WIESO fährt mein LKW ohne mich durchs Land? Da sind MEINE Klamotten drin!!!”
Dispo: “Der hätte eigentlich schon längst wieder hier sein müssen. Das war so eine Popeltour, die hätte jeder geschafft, bevor Du wieder hier bist”
Ich: “Das wollte ich garnicht wissen. Betonung lag auf MEINE KLAMOTTEN DRIN!”
Dispo: “Jetzt hab Dich mal nicht so. Notfall! Uns sind mehrere Autos ausgefallen, das ging nicht anders”
Ich: “Kein Wunder – Ihr müsst noch mehr Ungarn und Rumänen einstellen!!!”
Dispo: Sagte nichts und guckte mich blöde an
Ich: “WANN ist er wieder hier – ich hatte eine echt beschissene Anfahrt und will mich vorher nochmal auf´s Ohr hauen!”
Dispo: “Müsste innerhalb der nächsten 30 Minuten hier sein” – dass war gegen 18 Uhr.
Um 20:15 Uhr kam er dann auch endlich – an Pennen war nicht mehr zu denken.
Ich zu ihm: “Und? Irgendwas kaputt? Tank voll? MEINE Sachen ALLE da, wo ich sie hingelegt hatte?”
Er: (vermutlich der deutschen Sprache nicht mächtig) “Jaja”
Ich schnappte mir den Schlüssel und fuhr zum LKW, um mein Zeugs reinzuwerfen, und brachte dann den PKW weg.
“Rein in den LKW und los” war mein Vorhaben, was mir der Boardcomputer jedoch gründlichst durchkreuzte!
BITTE DIESEL NACHTANKEN – BITTE ADBLUE NACHTANKEN – BITTE DIE SCHEIBENWASCHANLAGE AUFFÜLLEN – SEITENBEGRENZUNGSLEUCHTE LINKS GESTÖRT – SEITENBEGRENZUNGSLEUCHTE RECHTS GESTÖRT – ABBLENDLICHT RECHTS GESTÖRT – FEHLERCODE MR, LEISTUNG UND DREHZAHL BEGRENZT, BITTE WERKSTATT AUFSUCHEN – ABS ANHÄNGER GESTÖRT – DAS BREMSBERHALTEN KANN SICH ÄNDERN – SERVICE FÄLLIG – KÜHLMITTELSERVICE FÄLLIG – keine Ahnung, was er mir noch alles angezeigt hat, denn ab diesem Zeitpunkt habe ich nur noch bestätigt, damit das bunte Display endlich wieder dunkel wird.
Das Abblendlicht war schnell gemacht – aber die Seitenbegrenzungsleuchten sind tot und ohne Strom.
Am Anhänger hängt der Seitenauffahrschutz unmotiviert an einem Gurt, beide Positionsleuchten sind ohne Funktion, die linke davon ist total zerstört, und die ABS-meldung erscheint, weil ich einen asbachsteinuralten Anhänger dran habe, der noch nicht mit dem Motorwagen kommunizieren kann.
Beim ersten Kunden mit nur 5 Minuten Verspätung angekommen, aber erst nach 35 Minuten durch die Schranke – tolle Wurst!
Somit die Tour also gleich mit Verspätung gestartet. Es war eine Begegnungstour nach Kitzingen – nichts dramatisches, knapp 2h45min je Richtung, bis das Telefon klingelte.
Dispo:” Uns sind mehrere LKW ausgefallen. Du MUSST nach der Tour noch eine Regio fahren”
Ich: “Könnt Ihr vergessen! Ich arbeite seit 12 Uhr (Anreise zum LKW, der mit einem Aufzeichnungsgerät ausgestattet ist, zählt bei mehr als 50km zur Arbeitszeit), und nach der Begenung ist meine Schichtzeit voll!”
Dispo: “Dann brauche ich Deinen LKW danach”
Ich: “Und wo penne ich?”
Dispo: “Im Hotel”
Ich: “Frühstück inklu?”
Dispo: “Natürlich nicht”
Ich: “Ähm, LKW weg, ergo auch meine auf den LKW ausgelegten Utensilien und Verpflegung – WIE soll ich mich bitteschön ohne diesen verpflegen können?”
Dispo: “Kannst Dir ja was kaufen”
Ich: “Ich kann´s aber auch sein lassen – gebt mir ne Alternative!”
Dispo: “Du fährst von Staufenberg noch schnell nach Beuren (Leinefelde-Worbis), und von da nach Eschwege”
Ich: “Das ist das erste und letzte Mal, dass ich sowas mache, und auch nur, weil ich mich gerade genötigt und erpresst fühle, sonst noch mehr leiden zu müssen, verstanden?!”
Dispo: “Ist ja gut, machen wir ja normal auch nicht sowas”
Ich: “Ähm, ich bin zwar blond, ABER NICHT BLÖD! Es sind auch ein paar Ungarn hier, die der deutschen Sprache mächtig sind, und die sind sehr kommunikativ – erzählt mir keinen vom Pferd! Ausserdem … nicht ohne Grund fahre ich für Euch nur als Leiharbeiter – Euer Ruf eilt Euch um Jahre voraus!”
Dispo: mal wieder sprachlos
Auf dem Rückweg von Kitzingen nach Staufenberg musste ich wieder durch meine Hasslandschaft, den Kasseler Bergen (die mag ich nicht, da ist immer Stress angesagt). Das Gefälle in Höhe von Guxberg bleibt mir seit heute früh dann aber garantiert für immer im Gedächtnis:
Ein LKW (deutsches Kennzeichen), genauer ein Sattelzug, bremste IN dem Gefälle plötzlich von 80 auf 50 runter, und brauchte dafür alle 3 Spuren. Der LKW dahinter konnte sich seinen Fluchtweg auch nur noch suchen, und ich, ja, ich hatte so richtig die Arschkarte a la Jojo-Effekt!
Mein Anhänger rutsche beim Bremsen mit der Vorderachse weg und stellte sich quer – also Fuß von der Bremse und Gasgegeben, damit er sich wieder gerade stellen kann, bevor er in meinen LKW einschlägt – dazu gehört echt Überwindung, wenn man bergab fährt und vor einem alles bremst!!! Keine Ahnung, WIE ich das dann noch geschafft habe, jedenfalls habe ich weder die Leitplanke, noch meinen oder einen anderen LKW berührt, und den Zug sicher in Spur bekommen, ohne die vor mir fahrenden wegzuschieben.
Hallo IDIOTENKOLLEGE! MAN BREMST AUF GLATTER STRASSE BERGAB NICHT SO ABRUPT!!! DAS MACHT MAN VOR DEM GEFÄLLE!!! ARSCHLOCH!
Mit diesem Schrecken hielt ich dann einen Abstand von mehreren Kilometern zum Vordermann, bis ich in endlich in Staufenberg ankam.
Nun gut, in Staufenberg dann nochmals schnell wieder umgebrückt für Beuren und los – in Beuren angekommen, konnte ich bereits den Kunden sehen, bis ich … einen LKW vor mir quer zu stehen hatte.
Dieser hatte versucht, eine ungeräumte Steigung hochzukommen (welche ich bergab fuhr), und sich dabei so richtig schön quergestellt, weil er die Piste glattpoliert hat – nur knapp vor ihm kam ich zum Stehen, da ich aus seiner zuvor glattpolierten Spur nicht mehr herauskam.
Winterdienst? Fehlanzeige!
Anruf beim Empfänger, dass ich theoretisch schon auf seinen Hof spucken kann – keine 10 Minuten später kam er mit einer Kiste voll Salz und einem Eiskratzer XXL am Stiel zurück.
Er kratzte das Eis vor dem Sattel weg, kippte nahezu die ganze Kiste Salz vor die Räder, und siehe da, der Sattel konnte 10 Meter vor, um dann softig zurücksetzen zu können – mein Weg war frei.
Auf dem ganzen Weg dahin war übrigens nicht eine sichere Parkmöglichkeit für LKW – dementsprechend überzog ich bereits um 5 Minuten.
Da nach mir noch ein LKW kam, konnte ich auch nicht an der einzigen Rampe stehenbleiben. Die Strecke über die B27/B80 kannte ich schon von 2 Stunden zuvor, und ich hatte kein Bdürfnis, mir diese Eispiste nochmal anzutun – also fuhr ich auf die A38 in Richtung Kassel, um dann von der A7 aus Richtung Eschwege zu fahren. BIS ZUR A7 NICHT EIN PARKPLATZ!!! SO habe ich NOCH NIE überzogen gehabt!
Der erste Parkplatz kommt wirklich erst in Hann. Münden, und genau da habe ich mich dann auch hingestellt (um 9 Uhr frühs) und die Gardinen zugezogen – wenn das heute nacht auch wieder so chaotisch wird, beiss ich ins Lenkrad – SCHEISS WINTER!
Armutszeugnis!!!
Gerade mit einem “Kollegen” unterhalten, der aus dem Fluchen nicht mehr heraus kam.
Grund: Sein Versorgungsschlauch pfeift am Kupplungsstück ab, da das Gummi total abgefressen ist. Er telefoniert wohl schon seit Wochen mit seiner Firma, dass diese ihn doch bitte in die Werkstatt fahren lässt, oder aber er doch bitte eine andere Lafette bekommt.
Hallo??? WERKSTATT???? ANDERE LAFETTE?????????
Ja jetzt mal im Ernst, wer fährt denn bitteschön wegen einem defekten Gummi des Kupplungsstücks IN DIE WERKSTATT?????
Diese “Art” von Kollegen trifft man in letzter Zeit immer häufiger an, zu blöde, auch nur eine Schraube zu drehen, und ein technisches Verständnis wie ein Gullydeckel auf Koks, und wegen jedem Mist in die Werkstatt fahren wollen! Wozu haben die eigentlich eine Ausbildung gemacht????
Ein kurzer Blick in mein persönliches Notwerkzeug brachte Gewissheit, ich habe noch einen Dichtungsgummi dabei (Pfenningsartikel).
Da er sich vermutlich bei dem Versuch umgebracht hätte, habe ich mir die 2 Minuten Zeit einfach genommen, und ihm diesen Gummi schnell gewechselt.
“So einfach geht das?” waren seine Worte. – “Jo, man muss sich nur mal mit seinem Arbeitsgerät beschäftigen und die Masse zwischen den Ohren benutzen, dann klappen auch so Kleinigkeiten, und ne handvoll Gummis drückt Dir Deine Firma bestimmt auch gerne in die Hand! Fährst Du auch wegen einer kaputten Glühbirne in die Werkstatt?” – “Na selbstverständlich nicht, aber ich dachte, die Kupplung kann man nicht zerlegen”
Ja nee, is klar, deswegen sind da auch Schrauben dran oder was?
Naja, es ist schon erschreckend, wie die Qualität der Fahrer trotz gestiegener Anforderungen abnimmt … ein Armutszeugnis für unser Land.
Und für die “Kollegen”, welche nach Kupplungsstück Luftanschluss Gummi googeln, hier ein paar Bilder, wie das aussieht.
- Kupplung mit defektem Gummi
- Kupplung aufgeschraubt
- Kupplung mit neuem Gummi
Gekündigt!
Aufmerksame Leser werden es geahnt haben, dass ich den Nahverkehrsschnulli nicht wirklich gemocht habe, und dass ich mich unlängst nach was anderem umschaue.
Ich habe mich während des Urlaubs zu einem Probearbeiten entschieden, und es läuft ganz gut.
Gut genug, um den alten Arbeitsplatz zu kündigen, was ich auch gemacht habe.
Ich sitze jetzt wieder in einem Wechselbrückenzug und fahre gelbe Koffer durchs Land.
Es gibt demnächst also wieder mehr zu lesen.


