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Artikel-Schlagworte: „Psy Chotic“

Handbremse anziehen? Gang einlegen?

Gerade eben im Feed der hiesigen Polizei gelesen:

Bad Freienwalde

Ab 9.00 Uhr trafen am Freitag in der Polizeiwache mehrere Anrufe ein. Am Albert-Schweitzer-Platz steht ein Fahrzeug in der Hecke. Der Fahrer des Lkw hatte das Fahrzeug in der Mühlenstraße unter der Brücke abgestellt. Er hatte aber keine Handbremse gezogen oder einen Gang eingelegt und so konnte sich der Lkw bei Gefälle selbständig machen und überquerte die Königstraße und blieb in einer Hecke stehen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt und der Sachschaden hielt sich mit geschätzten 300 Euro im Rahmen.

Selten so gelacht! :-)
Es muß auch technische Nullchecker geben, keine Frage, aber ich befürchte fast, dass der Fahrer des LKW wegen genau obigem Wortlaut auch noch eine Anzeige bekommen hat, aber erst mal zur Erklärung, warum der obige Text so lustig ist:

1. Ein LKW hat KEINE Handbremse, sondern eine Feststellbremse, welche auf Luftdruck basiert. Genau genommen nennt man dieses einen Federspeicher, d. h. eine Druckdose muß mit Luft gefüllt werden, damit die Bremse sich löst.
Eine Handbremse hingegen ist eine rein mechanische Einrichtung, welche zu 99,9% auf Zugseilen basiert. D.h. im Gegensatz zu einem LKW muß Kraft aufgewendet werden (Zug), damit die Bremse zieht – bei einem LKW muß Kraft aufgewendet werden, um die Bremse zu lösen!

2. Gang einlegen macht man bei rein mechanisch betätigten Getrieben, wie sie bei PKW´s verbaut werden.
Die Kräfte, welche bei einem LKW aufgewendet werden müssen, um den Kraftschluß zu entkoppeln (um zu kuppeln) liegen jenseits dessen, was der Mensch zu leisten fähig ist – aus diesem Grunde werden Kupplungen bei LKW´s bereits seit Jahrzehnten mit Druckluft unterstützt.
Problem bei der ganzen Druckanlage bei LKW´s ist jedoch, dass dieses generell dazu neigt, den Druck nach und nach zu verlieren, was bedeutet, dass man einen eingelegten Gang bei nicht laufendem Motor nicht mehr heraus bekommt – demzufolge stellen nur Fahranfänger und geistig Minderbemittelte ihren LKW mit eingelegtem Gang ab! :-)

Hallo Polizei!
Nutzt doch bitte vor Veröffentlichung und Absonderung von geistigem Dünnschiss das Teil zwischen den Ohren!
Es ist teilweise schier unglaublich, was für einen unwissenden Dreck Ihr veröffentlicht, und wahrscheinlich glaubt Ihr selbst felsenfest, dass das stimmt, was Ihr schreibt.
Genauso wie Ihr so einen Müll veröffentlicht, verhaltet Ihr Euch leider auch im Straßenverkehr bei Kontrollen – nutzt die vom Staat für Staatsdiener zur Verfügung gestellten Möglichkeiten zur Weiterbildung und erspart der Öffentlichkeit solche Peinlichkeiten!

Frankreich???

So, da stehe ich nun (mal wieder) vor McDonalds und nutze die tägliche, kostenlose Stunde.

Heute/gestern war ein “toller” Tag, aber ganz von vorne:

Am 4.3.09 fing meine Schicht um 11:00 Uhr an, es standen 170 km quer durch Bayern (nur Landstraße) an. Beim Kunden angekommen, schnell umgebrückt, dachte ich zumindest, und erstmal 4 Stunden auf dessen Hof verbracht.
Naja, kann passieren, die Brücken waren noch nicht fertig.

Es ging weiter, 130 km querfeldein (also keine Autobahn) zum nächsten Kunden: 7 Stunden Standzeit!!!!
Kotz! Da macht ein riesengroßes Unternehmen doch tatsächlich nachts die Hütte zu, ohne auf mich zu warten………:)
Morgens um 7:00 Uhr dann schnell abgebrückt, das Aufbrücken der anderen Brücken war dann doch schon anspruchsvoller, denn zum einen standen die auf losem Schotter, und zum anderen auf einem gänzlich anderen Platz! Zum krönenden Abschluß standen die Teile noch nicht einmal in Reihe, sondern wie Schütze Arsch zueinander, sodass ich jede einzeln aufnehmen mußte.
Hinzu kam, dass auf diesem “Platz” nicht wirklich Platz für einen Anhänger war, also Action hoch 12!

Irgendwann war ich auch dort fertig, um dann zum letzten Kunden zu ballern (hier sah ich dann in 700m Höhe dieses hässliche weisse Zeugs, welches ich mittlerweile eigentlich garnicht mehr sehen mag).

Als ich auch hier fertig umgebrückt hatte (ca. 25 Minuten später…..ja, ich bin wirklich gut darin ;-) ), rief ich dann die Dispo an, um meinen Frust über die 24-h-Schicht da abzuladen, wo es hingehört. Der Disponent konnte meinen Frust gut verstehen (immerhin ist meine Scheibe versaut) und “verordnete” mir erstmal 13 Stunden Pause.

In dieser Pause rief mich dann mein Lieblingsdisponent an (verdammt, der ist ja immernoch nicht gekündigt) und fragte freundlich nach, ob ich Lust hätte, im Anschluß an meine neue Tour nach Frankreich zu fahren – Entladung Montag früh!

Ich mußte kurz überlegen, ob das jetzt eine Fangfrage ist, antwortete dann aber, dass das mit meiner letzten Tachoscheibe alles andere als eine gute Idee ist, denn die Franzmänner stehen überhaupt nicht auf “runde” Scheiben, welche mehr als 10 Stunden Aktivität aufweisen, das wird richtig teuer bei den Weinsäufern!
Außerdem verspüre ich keinerlei Drang darauf, das WE stehender Weise auf irgendeinem Parkplatz in Frankreich (bei Lille) zu verbringen, denn die Gegend dort ist bekannt dafür, dass nachts mal ganz gerne die LKW´s geknackt werden.

Kurzum lehnte ich dankend ab, wenn ich nicht unter all diesen Umständen einen besonderen Bonus zugesagt bekomme! :)

Wider Erwarten verstand er meine Einwände.

Mein Problem ist jetzt allerdings, dass ich noch insgesamt 5,5 Stunden Fahrzeit vor mir habe, aber den ganzen Tag nicht wirklich ein Auge zubekommen habe (und in dem Moment, als es fast geklappt hätte, der Dispovogel angerufen hat) und das jetzt bereits nach 300km meine dritte Pause ist (um mir in der Nässe und Kälte den Arsch abzufrieren).

Achja, die UMTS-Lösung hat nur zum Teil geklappt (Hardware vorhanden, aber der Rest gesperrt), somit wurde nun eine neue Karte gekauft, welche zwar schon zuhause liegt, aber noch auf Daten-UMTS umgemünzt werden muß.

So, jetzt wird es langsam Zeit für die Weiterfahrt – nach dem Kunden werde ich mich dann wohl erstmal für eine Stunde auf´s Ohr hauen, bevor ich zum nächsten weiterfahre, denn sonst könnte es echt noch haarig werden. Nicht wegen der Sicherheit, sondern vielmehr wegen meiner Einstellung, denn wenn es nicht mehr geht, stelle ich den Bock kurzerhand ab – ich könnte mir vorstellen, dass das nach einer so langen Pause nicht auf Verständnis stoßen würde :)

Das ist dann mal wieder einer dieser Tage, an welchen das Chaos die Oberhand gewinnt – naja, die restlichen Tage sind dafür ja meist “Kinderkacke”.

So, bis die Tage!

Blöde Kuh, dämliche!

Fast hätte es gerade gepasst, aber so richtig.

Ganz vorne ein LKW, der einen Parkplatz sucht, dahinter so´n Smart-Terrorist, dahinter ein Opa im Ford Escort, und dahinter ich.
Keiner macht Anstalten, den LKW überholen zu wollen (das ist irgendwie typisch für Deutschland – selbst wenn der LKW die Warnblinkanlage einschaltet, muss erstmal alles dahinter stehen bleiben, anstatt zügig dran vorbei zu fahren).

Also Blinker an und vorbei.

Ich passiere den Escort – alles schick. Aber dann…….diese dusselige Tante mit Ihrem schwarzen ForTwo zieht ohne Blinker und ohne Blick in irgendeinen Spiegel einfach raus – na Klasse, voll Töfte, ABS lässt grüßen, das vorherige Aufräumen des Kofferraums ist soeben für umsonst.
Ich mußte bis zum Stillstand abbremsen, um die dämliche Alte nicht in die ewigen Jagdgründe zu katapultieren!

Der Opi neben uns sah vermutlich gerade sein Leben an sich vorbeiziehen – er starrte sichtlich vom D-Zug gestreift aus dem Fenster. :)

Als ich mich von dieser Aktion der vermutlich vollblinden Kuh erholt hatte (sie tuckerte froh und munter mit ihrem Mini-Trekker davon), stand fest, dass sie absolut nichts von dem ganzen mitbekommen hat – meine Frau hingegen verspürte kurzzeitig ihren Puls in der Haarspitzenregion……..ich gab Gas, um die Tante ein- und zu überholen.
Als ich an ihr vorbei war, verringerte ich kurz die Geschwindigkeit um zu sehen, was für eine Sterbebettanwärterin da auf die Menschheit losgelassen wurde – die Alte zeigte mir doch glatt den Vogel! *kopfschüttel*

Wenn ich mir vorstelle, wie grottenknapp das ganze war, bekomme ich richtig schlechte Laune, was für Vollidioten am Straßenverkehr teilnehmen dürfen!
Wenn es in diesem Moment geknallt hätte, wäre das ein “lustiges” Schadensbild geworden – LKW putt, Smart platt, Escort verbeult, und meiner ringsherum fertig mit der Welt.
Auch die Schuldfrage wäre dann sicherlich nicht so einfach zu klären gewesen, denn zum einen darf der LKW offiziell nicht mit Warnblinkanlage auf der Straße zum Parken anhalten, zum anderen hätte ich mit einem Ausscheeren anderer rechnen müssen, aber letztenendes hat diese Dummzicke weder den rückwärtigen Verkehr beobachtet, noch hat sie den Blinker gesetzt.

Naja, reicht dann erstmal wieder an plötzlichen Adrenalinschüben für die nächsten 2 Wochen (meinte zumindest meine Frau)….. ;-)

Es geht wieder los.

So Leute, das WE war viel zu kurz, viel zu stressig, und von Erholung nicht die Spur, da ja nun doch so einiges geklärt werden mußte.
Allerdings kann ich mir gleich, wenn ich in 2 Stunden wieder starte, bei einem guten Bekannten noch eine UMTS-Möglichkeit abholen, welche hoffentlich auch funktioniert – somit wären dann die kommenden 2 Wochen pure Erholung, denn der Lappy ist nun mit frischem Windows (und somit funktionierende TV-Software) ausgestattet, und hat dann obendrein evtl. auch noch Internet, und zwar unabhängig von McDonalds.

Das Auto wurde gerade für 110 EUR *(stöhn)* vollgetankt und reicht gerade eben für die Anreise zum LKW, Fresssalien sind ebenfalls gekauft, Wäsche wurde gewaschen, und die Kommunikation mit Kind und Kegel kam irgendwie viel zu kurz, aber auch das wird sich hoffentlich einpegeln.

Die ersten “Umzugspläne” wurden auch schon besprochen, denn monatlich 400 bis 600 EUR an Fahrkosten sind dann doch etwas zu happig!
An Frauchen bleibt viel zu viel Arbeit hängen (eigentlich fast alles), aber sie nimmt es auf sich – danke.

So, die letzten 2 Stunden werden dann wohl mit Packen, Beladen, Umladen, verwirrtem Umherrennen in der Wohnung ob auch nichts vergessen wurde verbracht, um dann am LKW festzustellen, dass man doch viel zu viel eingepackt hat, aber dennoch die Hälfte zuhause vergessen hat. :)

Zu den versprochenen Bildern bin ich leider nicht mehr gekommen (eine neue Windows-Inst. ist sowas von zeit- und nervenraubend), werde ich aber schnellstens nachholen.

Wir lesen uns…

Schon wieder Pause

Es ist kaum zu glauben, aber meine letzte Tagespause war unglaubliche 15 Stunden lang! :)

O.K., “Schuld” war u.a. eine geplatzte Tour, sonst wären es “nur” 12 Stunden Pause gewesen, aber nein, ich werde mich echt nicht beklagen. ;-)

So, es geht stark auf das WE zu – jetzt nur noch schnell die restlichen 150 km der 500km runterschrauben, dann ist ja schon wieder Tagespause *g*, und morgen dann nochmal ca. 600km, dann kann ich endlich (nach 3 Wochen) in mein Auto steigen (um dann nochmals 450km runterzureissen) und Richtung trautes Heim brettern.

Achja, die Firma wird immer geiler, denn Lohn ist auch schon da, genau wie die Lohnabrechnung – sucht wirklich niemand eine neue Beschäftigung in einer absolut geilen Firma???

So, genug getextet – der Magen knurrt und schreit nach Fütterung…..

PS: der nächste PKW-Fahrer, der mir mit vollster Beleuchtung im Regen entgegen kommt (Abblendlicht, Fernlicht und Nebellicht) und nicht auf Abblendlicht umschaltet, bekommt meine Thermotasse in die Windschutzscheibe geballert!
Ist doch echt zum Kotzen sowas! Aber über die saublöden LKW-Fahrer jammern……..Spasten!

Ab sofort McDonalds-Fan

Ich stehe hier gerade auf einem Rasthof mitten in der Pampa, aber immerhin ist es ein Autohof.
Dementsprechend ist wie meistens ein McDonalds in unmittelbarer Nähe, und was soll ich sagen, McDonalds bietet in Verbindung mit den rosaAffen Kommunikationsanbieter täglich eine Stunde kostenloses Surfen über WLAN an!

Da guckst’e aber blond aus der Wäsche!
Ich eiere seit Wochen von einem Wohnviertel zum nächsten, in der Hoffnung ein offenes WLAN zu finden, und die bieten das umsonst an…..!

Ab sofort wird jeder Autohof angesteuert, an welchem auch ein McDonalds daneben steht (zum eMails abrufen und kurz durch die Blogs stöbern reicht das)! :)

Mal bist Du der Hund, mal der Baum

Die ersten Monate in der neuen Firma sind die schlimmsten, denn man bekommt keinen festen LKW zugewiesen!

Vielmehr “reitet” man anfänglich als Springer und Urlaubsvertretung auf den LKW’s, welche anderen Fahrern fest zugewiesen sind, sich aber gerade im Urlaub befinden.

Obwohl in der Firma ein Prämiensystem geführt wird, in welchem auch der Pflegezustand des LKW’s berücksichtigt wird, gibt es auch Fahrer, welche es mit der Sauberkeit nicht ganz so genau nehmen.

Die ersten Wochen hatte ich Glück, ich bekam ein Musterexemplar von einem gepflegten LKW, und selbstverständlich gab ich diesen schweren Herzens dann später auch im gleichen Zustand wieder zurück – ich war eindeutig der Hund,
aber nun habe ich einen Bock erwischt, welcher auch als Brutkasten bezeichnet werden könnte!
Zum Glück fahre ich diesen nur eine Woche!

Der Actros zeichnet sich durch eine hochgelobte und bewährte Komfortliege aus, welche obendrein schön breit ist.
Diese wird von wirklich jedem Fahrer eines Actros”en” sehr geschätzt, aber die Matraze von meinem Exemplar zeigt deutlichst Spuren von warmen Sommern, in welchen der Fahrer vor sich hin transpirierte – ekelhaft! Ich schlafe wider meiner Überzeugung dann doch lieber auf der weniger komfortablen unteren Liege!

Der Kühlschrank mußte ebenfalls erstmal entkeimt und entwässert werden, bevor er nutzbar war und nicht andere Lebensmittel kontaminiert hätte.

Die Windschutzscheibe wies auf der Innenseite die “Fruchtstückchen” einer Raucherlunge vor, und zwar mindestens vom letzten Jahr!

Die “Pilze” (Befestigungspunkte am LKW für Wechselbrücken” waren und sind sowas von verrostet, dass alles WD-40 dieser Welt nicht reichen würde, um dieser wieder leichtgängig zu machen!

Das Innere der Fahrerhauses entspricht ansonsten dem Pflegezustand der anderen bereits erwähnten Punkte – also der Fahrer wird seine Prämie wohl demnächst erstmal nicht mehr sehen!

In diesem Falle bin ich also derzeit der Baum, und zwar in jeder Hinsicht, denn um sich so halbwegs wohl zu fühlen, macht man dann die Arbeit, welche sich der Stammfahrer seit einem Jahr nicht gemacht hat.

Zum Glück sind das echte Ausnahmefälle.

Achja, Bilder von allen neuen Beiträgen gibt es nachträglich, wenn ich wieder zuhause bin, denn ich will die Gastfreundschaft meines WLAN-Spenders nicht über Gebühr strapazieren! ;-)

Umgewöhnnung

Bislang kannte ich aus dem Berliner/Brandenburger Raum nur das eine Motto: Feierabend ist dann, wenn die tägliche Lenkzeit ausgereizt ist.
Seit ich in der neuen Firma fahre, fühle ich mich doch leicht unnütz, denn mal von ein oder zwei Tagen in der Woche abgesehen, fahre ich hier weit unter Limit, und das im Fernverkehr!

Gerade eben kam dann doch endlich mein neuer Auftrag, und der besagt, dass ich noch weitere 4 Stunden hier herumstehe, um dann ca. 2 Stunden zu fahren.
An dieser Adresse nehme ich dann 2 Wechselbrücken auf und tuckere nochmal ganz gemütlich 4 Stunden durch Franken/Bayern, um dann erneut wieder Schichtpause zu haben!

Ich brauche ganz dringend Internet für unterwegs, denn auf Dauer halte ich diese Langeweile echt nicht aus. :)
Sucht noch ein Kraftfahrer eine neue Stelle im 2wöchigen überwiegend nationalen Fernverkehr bei Zahlung von dem vollen Spesensatz?

Es werden noch ca 30 weitere Fahrer gesucht, bis September kommen knapp 100 neue LKW’s dazu – man sollte allerdings ZWINGEND WechselbrückenERFAHRUNG haben, denn es findet ein Einstellungs”test” statt (Fahren/Rangieren sowie Auf-/Abbrücken mit Lafette). :)

Selbst nach der nun vergangenen Zeit in dieser Firma denke ich kurzzeitig immernoch daran, dass ich evtl. gerade einen Tagtraum habe, um dann doch zu erkennen, dass es Realität ist………und das in Deutschland………die erste Woche habe ich mindestens 5x bei der Dispo angerufen mit dem Spruch “Und jetzt? Ich habe noch massig Lenkzeit übrig.”, um dann zu hören “Nett, trotzdem hinstellen und Schichtpause. Bis morgen.”………ich gehe hier freiwillig nicht mehr weg!

Weisungen der Disponenten

Heute seit langer Zeit mal wieder ein Eintrag über meine Fernfahrertätigkeit.

“Fahren Sie mal eben schnell (!!!) nach Wiesbaden, entladen dort, lassen sich beladen und kommen dann nach Bad Hersfeld zurück. Im Anschluß geht es dann nach Weiden in die Oberpfalz.

Ich rechnete kurz nach, ja, Lenkzeit dürfte passen, Arbeitszeit naja, etwas drüber, aber egal.
“Für Wiesbaden haben Sie nur eine Brücke, aber nehmen Sie trotzdem den Anhänger mit.”

Also gut, den leeren Anhänger angekoppelt und schnell beladen (geht mit einem Wechselbrückenfahrzeug ja ratzefatz) und Katanga, ab auf die Piste.
Nach 2 Stunden und 10 Minuten Ankunft in Wiesbaden – na ganz toll, ein reines Geschäftshausviertel, in welchen fast ausschließlich Autos jenseits der 70.000 EURO wiederzufinden waren, und eine einzige Firma mit Minirampen (für UPS und Co.), natürlich auf der rechten Seite vom LKW.

Also genervt über rechts den Anhänger irgendwie zwischen Minirampe und Papppresse gekurbelt (nichts hasse ich mehr, als den leeren Anhänger nur mit dem rechten Spiegel rangieren zu müssen, dann auch noch im 90°-Winkel) und anschließend an diese Minirampe, welche noch nichteinmal Anschlagpuffer hatte – also 20x rein und raus in den LKW, um dann nochmal für 5cm zurückzusetzen.

Das war gestern um 11:00 Uhr.

Es war sage und schreibe 16:00 Uhr, als diese Nasen endlich die eine Brücke entladen und wieder beladen hatten!

Ich rief die Dispo an und teilte denen die Abfahrtszeit mit (bevor die wieder mit dusseligen Fragen bei mir anrufen und ich dann während der Fahrt den ganzen Papierkram wälzen darf), und fuhr dann los.

Ankunft in Bad Hersfeld dann um 18:20 Uhr – Abfahrt sollte nach Weiden dann eigentlich 18:30 sein.
Als ich mit dem Ab- und wieder Aufbrücken fertig war, zeigte die Uhr 18:40 Uhr – man kann mit dem LKW im Schnitt ungefähr 70 km ansetzen, welche man in der Stunde schafft – bei 320 km standen also ungefähr 4.5 Stunden an, daher beschloß ich eine Pause, um die Strecke in einem Stück zu absolvieren.
Mitteilung per SMS an die Dispo, dass meine Abfahrtszeit sich auf 19:25 Uhr verschiebt.

Keine 15 Sekunden später klingelte das Telefon: “Ja, wie stellen Sie sich das vor?”
Ich erklärte ihm, dass es absolut Pups ist, ob ich jetzt die 45 Minuten Pause einlege, oder aber mittendrin, denn die Ankunftszeit ist und bleibt gleich, nämlich ca. 0:00 Uhr!

Er verstand das irgendwie nicht, denn er forderte mich auf, unverzüglich loszufahren, um pünktlich anzukommen.

Ich erklärte ihm nochmal, dass ich nur noch 135 Minuten Fahrzeit übrig habe und dann erstmal eine Lenkzeitunterbrechung (Pause) von 45 Minuten einlegen muss, und ob ich das nun jetzt mache, oder aber in 135 Minuten, kommt auf das gleiche heraus.

Seine Antwort: “Fahren Sie JETZT los!”, und anschließend legte er auf.

Ich drehte mich zur Seite, schaute aus dem Führerhaus und sah den Heini am Fenster seines Büros stehen – er beobachtete mich.
Da ich mich nicht gerne dumm komandieren lasse, kramte ich die Nummer vom Geschäftsführer heraus, welche er mir bei der Einstellung mal gegeben hatte mit den Worten “und sollten Sie mal Probleme haben, rufen Sie mich an”.
Ich rief ihn an und teilte ihm mit, dass der Mensch der Disposition irgendwie ein eigenartiges Verständnis über Zeitrechnung hat.
Ich bekam zur Antwort:” ICH sage ihnen jetzt, dass sie stehenbleiben sollen und ihre Pause abhalten, O.K.?”

Keine 5 Minuten später klingelte erneut das Telefon, der Dispovogel: “Das hätten Sie doch gleich sagen können, dass sich die Ankunftszeit dadurch nicht verzögert! Muß man denn gleich den Chef anrufen?”
Ich teilte ihm mit, dass ich mich von ihm gerade leicht verarscht gefühlt habe, und wenn ich mich verarscht fühle, neige ich nunmal zur Einhaltung von Dienstwegen.

Ich kam um Punkt 0:00 Uhr in Weiden an, teilte dieses per SMS mit, und es kam die Antwort per SMS: “O.K., bitte dort stehenbleiben und auf weiteres warten.”

??? Wie, warten? Geht’s noch? SCHICHTPAUSE!!!
Also Gardinen zu, Telefon aus, und vorsichtshalber den Wecker auf 9 Stunden gestellt.

Als ich vorhin dann das Telefon einschaltete, rechnete ich mit einer Tour zum Mond oder so, aber nichts, keine Folgetour.
Ich rief an und erkundigte mich, ob es eine Folgetour gäbe. Zur Antwort kam ein “nein, bis jetzt noch nicht. Stehenbleiben und warten!”

Am Arsch, kein WC, keine Dusche, kein WLAN, kein Garnichts im Umkreis von 10 km, also LKW an und ab in die City – da stehe ich nun und erfreue mich an etwas Leben um mich herum, und vor allem an einem offen WLAN.

Disponenten……..machmal könnte man diese einfach nur am Sack aufhängen……..!

Nun auch FAQ´s

Da jeder Mensch extrem neugierig ist und eine Menge Fragen beantwortet haben will, habe ich dem Blog ein paar FAQ´s beigefügt, welche überaus wichtige Fragen beantworten!

Solltet Ihr noch Vorschläge/Fragen diesbezüglich haben, so teilt mir diese bitte per Kontaktformular mit.